Gegen Bluthochdruck: Arztpraxis an der Linde in Birgden zertifiziert

Gegen Volkskrankheit Bluthochdruck : Birgdener Arztpraxis ist Hypertonie-Zentrum

Die Birgdener Praxis An der Linde, die seit 1981 von dem Allgemeinmediziner Heinz-Peter Heuter geführt wird, wurde nun als zweite medizinische Einrichtung im Kreis Heinsberg von der Deutschen Hochdruckliga als Zentrum für Bluthochdruckerkrankungen zertifiziert.

Das Qualitätssiegel wird seit dem Jahr 2012 an medizinische Einrichtungen verliehen, die nachweislich einen besonders hohen Qualitätsstandard in der Diagnose und Behandlung von Bluthochdruck einhalten.

Gangelt-Birgden 25 Millionen Menschen in Deutschland haben zu hohe Blutdruckwerte, in der Altersgruppe der über 70-Jährigen sind sogar 75 Prozent der Menschen betroffen. „Jeder fünfte Betroffene weiß nichts von seiner Erkrankung“, warnt Dr. Philip Törnberg, Facharzt für Allgemeinmedizin, für Innere Medizin und Kardiologie. Und er warnt auch vor den Folgen: „Bluthochdruck schädigt im Laufe der Jahre wichtige Organe wie das Herz, die Herzkranzgefäße, das Gehirn, die Nieren und die Blutgefäße.

Ein zu hoher Blutdruck kann zu lebensbedrohlichen Krankheiten wie Herzinfarkt oder Schlaganfall führen.“ Der Mediziner ist davon überzeugt, dass die Hälfte der Herzinfarkte und Schlaganfälle durch eine rechtzeitige Therapie vermeidbar wären. Aus diesem Grund ist die Behandlung von Patienten mit hohem Blutdruck eine klassische Aufgabe von allen Internisten, Kardiologen, Nephrologen und Allgemeinmedizinern, betont er.

Die Birgdener Praxis An der Linde, die seit 1981 von dem Allgemeinmediziner Heinz-Peter Heuter geführt wird, wurde nun auch zur Freude von Gangelts Bürgermeister Bernhard Tholen als zweite medizinische Einrichtung im Kreis Heinsberg von der Deutschen Hochdruckliga als Zentrum für Bluthochdruckerkrankungen zertifiziert. „Das Qualitätssiegel ‚Zertifiziertes Hypertonie-Zentrum DHL‘ wird seit dem Jahr 2012 an medizinische Einrichtungen verliehen, die nachweislich einen besonders hohen Qualitätsstandard in der Diagnose und Behandlung von Bluthochdruck einhalten“, sagt Philip Törnberg.

Ausgezeichnet wurde die Birgdener Praxis unter anderem deshalb, weil Törnberg, der am 1. April 2018 in die Praxis eingestiegen ist, eine Fortbildung zum Spezialisten für Bluthochdruckerkrankungen absolviert hat und diese jährlich verpflichtend aktualisieren wird.

Neben dieser Zusatzausbildung sind besondere personelle, apparative und räumliche Voraussetzungen erforderlich. „In unserer Praxis werden nahezu alle internistisch-kardiologischen Untersuchungsmethoden, wie zum Beispiel Belastungs-EKG, 24-Stunden-Blutdruckmessung, Ultraschalluntersuchungen von Herz und Nieren, Labor- und Schlafuntersuchungen vorgehalten“, sagt der Facharzt. Dies erspare den Patienten im ländlichen Raum häufig weite Wege und lange Wartezeiten auf einen Termin beim Facharzt.

Normalgewicht anstreben

Auch eine qualifizierte Beratung zur nichtmedikamentösen Therapie des Bluthochdrucks in Form von Sport und Ernährung kann Törnberg als Sportmediziner selbst anbieten. Für weitere Untersuchungen hat der 40-Jährige Kooperationen mit Nieren-, Nerven-, Frauen- und Kinderärzten sowie Hormonspezialisten und einer Röntgenpraxis gebildet. Als erste medizinische Einrichtung im Kreis Heinsberg wurde übrigens das Dialysezentrum MVZ Diaverum in Erkelenz zertifiziert.

Damit es erst gar nicht zum Bluthochdruck kommt empfehlen Törnberg und alle seine Kollegen: Normalgewicht anstreben, Alkoholgenuss einschränken, Kochsalz durch Gewürze ersetzen, reichlich Obst und Gemüse essen, pflanzliche Fette und hochwertige Öle bevorzugen, auf Nikotin verzichten und körperliche Bewegung. Auch in fortgeschrittenem Alter, so Törnberg, könne der Alterungsprozess der Gefäße hinausgezögert werden. „Fünfmal in der Woche 20 bis 30 Minuten moderate Bewegung sind förderlich. Sport muss in den Alltag integriert werden“, rät er zu einer gesunden Lebensführung.

Der Arzt müsse allerdings nicht nur den Blutdruck im Auge behalten. Denn: „Bei 90 bis 95 Prozent der Hypertoniker ist eine organische Ursache nicht erkennbar. Bei etwa fünf bis zehn Prozent der Betroffenen sind jedoch organische Erkrankungen wie zum Beispiel Nierenerkrankungen oder nächtliche Atemaussetzer die Ursache dafür, dass der Blutdruck zu hoch ist.“ Auch weitere Risikofaktoren wie Cholesterin- und Zuckerwerte müssten regelmäßig kontrolliert werden.

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