Gangelt :Radtour für den guten Zweck nach Marrakesch

Radtour für den guten Zweck : Knapp 3000 Kilometer für den guten Zweck

Hubert Hostenbach macht eine Fahrradtour. Auch wenn der Mann als Vorsitzender des NABU einen gewissen „Promi-Status“ in der Gemeinde hat, ist das an sich noch keine Meldung wert. Das er aber knapp 3000 Kilometer unter die Räder nimmt und das Ganze für einen guten Zweck macht, schon.

Marrakesch ist sein Ziel. Maximal drei Wochen hat er Zeit, denn dann ruft wieder seine Arbeit beim WDR. Wenn am 21. September um 8 Uhr für Hubert Hostenbach der Startschuss am Gänsebrunnen in Gangelt fällt, liegt eine fast zweijährige Vorbereitungszeit hinter ihm.

„Eine Radtour auf dem Weg der Störche“, umschreibt Hubert Hostenbach seine Tour und bringt damit seinen verstorbenen Vorgänger im NABU-Vorsitz, Franz Oschmann, ins Gespräch. Eines seiner Ziele war es, mittels spezieller Nisthilfen Störche ins Rodebachtal zu leiten. Störche hat man dort schon gesehen; gebrütet wurde aber (noch) nicht.

„Ich werde den Störchen in Marrakesch mal sagen, wo Gangelt liegt“, lacht Hostenbach und erläutert dann sein Hauptanliegen. „Wenn man sich in unserer Gegend umschaut, findet man immer öfter Agrarwüsten.“ Ihm fehlen Bäume in der Landschaft und er blickt auch auf den brennenden Regenwald in Brasilien und das Trump´sche Vorhaben, große Waldflächen in Alaska roden zu lassen.

Auf dem dreiwöchigen Weg werden Spenden für den Schutz der natürlichen Lebensräume gesammelt. Von dem Geld sollen Bäume erworben und von Kindern und Jugendlichen auf Flächen der Region „Der Selfkant“ und über die internationale Organisation „plant-for-the-planet“ gepflanzt werden. Um das Projekt nachhaltig zu planen, werden Baumpatenschaften vergeben. „Mein Ziel ist es, junge Menschen für den aktiven Naturschutz zu begeistern!“

Die Begeisterung für lange Radtouren pflegt er schon lange. Vor vier Jahren ist er mit dem Fahrrad nach Sizilien gefahren; das waren rund 2700 Kilometer. Schon während dieser Reise kam ihm die Idee, über eine solche Tour Spenden für ein Naturschutzprojekt zu sammeln. Und da viele Reisende vom „Zauber von Marrakesch“ berichten, war das neue Ziel schnell gefunden.

Ein spezielles Training gibt es nicht. Die Kondition für die rund 150 bis 180 Kilometer, die pro Tag zurück gelegt werden müssen, holt er sich beim Badminton und Volleyball. Sein klassisches Trekkingfahrrad wurde lediglich um einen Triathlonlenker und Klickpedale erweitert. Das Gepäck ist auf zwei Radtaschen verteilt und soll 15 Kilogramm nicht überschreiten. Erstaunlich, wen man bedenkt, dass darin ein Zelt, eine Isomatte und ein Schlafsack Platz finden müssen. Geplant wurde die Strecke am Computer, eine spezielle App wird ihm als Navi dienen.

Um Spender und Interessierte auf dem Laufenden zu halten, wurde die Internetseite www.cycling-4-nature.de eingerichtet. Hier will Hubert Hostenbach auf seiner Reise täglich über den Stand der Dinge, über die Höhe des Spendenaufkommens und über die Anekdoten und Geschichten, die ihn über den Tag begleiten, berichten. Auch sein exakter Standort wird dort immer abrufbereit sein – GPS macht´s möglich.

Trotz der Platznot in seinen beiden Gepäcktaschen hat er einen Packen Aufkleber dabei, die über die Reise und deren Sinn informieren und über einen QR-Code auf die oben genannte Internetseite führen. Zu den Unterstützern der Tour gehören der NABU Selfkant, Minkenberg Medien, die Gemeinden Gangelt, Selfkant und Waldfeucht, Plant-for-the-planet, Bienen Einmaleins, die Westzipfelregion und VitalNRW.

Die Spenden gehen nicht auf ein privates Konto, sondern auf das des NABU-Selfkant. Als Verwendungszweck sollte dann „Marrakesch“ angegeben werden. Von den rund 3000 Kilometern, die er Richtung Süden radelt, wird er rund 20 mit selber treten. Das ist die Strecke zwischen dem spanischen Gibraltar und dem marokkanischen Tanger. Bevor er auf die Fähre steigt, wird er das spanische Hochland – das wird der schwierigste Teil der Strecke sein – hinter sich haben.