Gangelt Langbroich: Selfkanttheater probt für „De Mättzer sinn jeschlie-epe“

Langbröker Selfkanttheater : Bauernschläue, Spitzfindigkeiten und ein großes Durcheinander

„De Mättzer sinn jeschlie-epe“ heißt das neue Stück des Selfkanttheaters Langbroich, das die beliebte Truppe im 40. Jubiläumsjahr auf die Bühne bringt. Die Proben laufen bereits. Das Stück ist ein großes Spektakel um vielfältige Erbschleichereien.

Eine Mischung aus purer Freude am Tun, die dann abgelöst wird vom Lampenfieber vor dem ersten Auftritt. Zum 40. Male wird sich im Januar beim Langbröker Selfkanttheater der Vorhang heben, und wieder ist davon auszugehen, dass es am Premierenabend ebenso wie bei den elf folgenden Aufführungen großen Beifall von einem Publikum geben wird, das wieder einmal hervorragend unterhalten wurde.

Die Proben laufen – da gibt es viel Spaß; am 10. Januar 2020 wird sich der Vorhang im Bürgertreff zur Premiere öffnen. Der Name der Komödie in drei Akten verrät es schon: „De Mättzer sinn jeschlie-epe“ (Die Messer sind geschliffen).

Damit wirft das Theater-Ensemble aus dem kleinen Dorf etwas in die Waagschale, das schwer wiegt: die Langbröker Mundart. Es ist ein himmelweiter Unterschied, ob ich eine kleine Beleidigung, eine Spitze an den Partner oder einen Fluch in gepflegtem Hochdeutsch äußere, oder in „Platt“, wo das Ganze besonders gemein klingt. Ein Alleinstellungsmerkmal der Theatergruppe, die damit seit Jahren vor ständig ausverkauftem Haus spielt – und das elf Mal.

Hatte man anfangs auch Stücke der ernsten Muse in Hochdeutsch aufgeführt, wurde 1986 mit „Der Meisterboxer“ erstmals „Langbröker Platt“ geboten. „Für die Jubiläumssaison haben wir uns ein echtes Kracherstück ausgesucht“, freut sich der Vorsitzende Arndt Horrichs auf das, was kommt. Dabei wird das kommen, was immer kommt: Bauernschläue, Spitzfindigkeiten und ein großes Durcheinander, aus dem sich dann am Ende das entwickelt, was sich immer entwickelt – Friede, Freude, Eierkuchen. Spannend und gespickt mit herrlichem Brachialhumor ist der Weg dahin.

Ganz Langbroich bangt um das Leben des reichen Bauer Helme. Ganz Langbroich? Nein. Seine Kinder Änn, Fing und Hein freuen sich klammheimlich auf eine große Erbschaft. Vor allem Fing und Hein kann es nicht schnell genug gehen, sie interessieren sich für nichts anderes. Dummerweise hat Änn die zwei Landstreicher Kon und Ed mitgebracht, die sie mit ihrem neuen Käfer angefahren hat. Um einer Unannehmlichkeit zu entgehen, will sie auf dem Hof des Vaters mit großer Hilfsbereitschaft glänzen. Das kommt den beiden Landstreichern gelegen, die eine Diebestour geplant haben. Kon und Ed stellt sich aber nicht nur die resolute Magd Zöff in den Weg; es warten allerlei Überraschungen. Zöff ist die gute Seele auf dem Hof, die alles in Ordnung hält, es aber auch faustdick hinter den Ohren hat. Ist es etwas Erbschleicherei, als Oma Settche, die Schwester des schwer kranken Bauers, mit Enkel Matthes zum Abschied nehmen kommt?

Erbschleicherei? Erbstreitigkeiten? Neidische Verwandte? Hier sind Tumult, Sprechwitz und deftige Gemeinheiten garantiert. Wenn Dr. Lauterbach nicht nur die Gesundheit im Kopf hat und Matthes plötzlich vermisst wird, wird das Durcheinander perfekt.

Gespielt wird im Monat Januar ab dem 10. jedes Wochenende von Freitag bis Sonntag. (freitags und samstags 19.30 Uhr, sonntags 15 Uhr) Am 7./8. März gibt es Aufführungen in der Stadthalle Heinsberg.

Der Kartenvorverkauf beginnt am Freitag, 18. Oktober, 18 bis 19 Uhr, Sonntag, 20. Oktober, 11 bis 12 Uhr, Freitag, 25. Oktober, 18 bis 19 Uhr, und Sonntag, 27. Oktober, 11 bis 12 Uhr im Bürgertreff. Danach gibt es die Restkarten bei Maria Horrichs.

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