Weiterbildung : Führungskräfteseminar für Gangelter Wehr

Weiterbildung : Führungskräfteseminar für Gangelter Wehr

Train the Trainer: Die Ausbildung von Feuerwehrleuten kann nur so gut sein wie ihre Ausbilder. Aus diesem Grund wurden kürzlich alle Führungskräfte der Feuerwehr Gangelt in einem gemeinsamen Seminar auf den aktuellen Stand der Technik fortgebildet.

Moderne Fahrzeugtechniken sorgen für verbesserten Schutz der Fahrzeuginsassen. Hierdurch konnte die Anzahl der Verkehrstoten und lebensgefährlich Verletzten in den letzten Jahrzehnten erheblich und kontinuierlich gesenkt werden. Starben laut statistischem Bundesamt im Jahr 1991 bundesweit noch 11.300 Menschen bei Verkehrsunfällen, waren im Jahr 2017 nur 3.177 Todesfälle zu beklagen, obwohl die Anzahl an Fahrzeugen und somit auch der Verkehr stetig steigt.

Auch die Anzahl der nach Verkehrsunfällen eingeklemmten Personen sinkt aufgrund der modernen Sicherheitstechnologien weiter. Die modernen Sicherheitstechnologien erschweren aber teilweise die notwendigen Arbeiten der Rettungskräfte, um die Insassen aus einem Fahrzeug zu befreien. Gleichzeitig stellt die begrenzte Verfügbarkeit von Einsatzkräften insbesondere an Werktagen die Feuerwehren im Kreis Heinsberg immer wieder vor Herausforderungen. Zwar können die Schutzziele der Feuerwehren in der Regel erreicht werden, dafür setzen sich die Einsatzkräfte aus vielen verschiedenen Einheiten zusammen.

Hierbei ist eine einheitliche Ausbildung auf hohem Niveau unabdingbar. Um dies zu fördern führte die Feuerwehr Gangelt kürzlich ein zweitägiges Intensivseminar zum Thema „Technische Hilfeleistung“ durch. Da es sich bei den Teilnehmern ausnahmslos um Führungskräfte handelte, konnten die beiden Ausbilder Thomas Schreiter und Heiko Dreßen direkt mit den Teilnehmern neue Konzepte und Standardeinsatzregeln entwickeln.

Im Anschluss an die Theorie wurde an verschiedenen Fahrzeugtypen das Vorgehen bei einer Rettung geprobt. Foto: Oliver Thelen

Im zweiten Teil des Seminars konnten die Teilnehmer das Entwickelte direkt in der Praxis anwenden. An verschiedenen Fahrzeugtypen konnten die Teilnehmer Konzepte ausprobieren und verbessern.

Eine besonders wichtige Rolle bei Verkehrsunfällen spielt der „Innere Retter“. Hierbei verschafft sich eine Einsatzkraft der Feuerwehr Zugang in das verunfallte Fahrzeug und betreut die verletzten Insassen im Fahrzeug. Gleichzeitig prüft der Innere Retter aus dem Fahrzeug heraus wo sich Sicherheitseinrichtungen wie Airbags oder Gurtstraffer befinden. Diese für die Fahrzeuginsassen oft lebensrettenden Sicherheitsvorrichtungen können jedoch für die Einsatzkräfte der Feuerwehr eine zusätzliche Gefahr mit sich bringen.

Die im Seminar vermittelten Kenntnisse werden nun von den Führungskräften bei der weiteren Ausbildung an die Einsatzkräfte in den einzelnen Löscheinheiten weitergegeben. Aufgrund der positiven Resonanz werden weitere Seminare zu unterschiedlichen Themenbereichen geplant.

(red)
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