Musikschule Geilenkirchen: Ein Workshop in gemütlicher Atmosphäre

Musikschule Geilenkirchen : Ein Workshop in gemütlicher Atmosphäre

„Ich veranstalte diesen Gesangsworkshop bei mir zu Hause immer als Abschlussveranstaltung für meine Gesangsschüler der ,Musikschule Geilenkirchen’ und für die Mitglieder meiner beiden Chöre – den ,Kirchenchor Orsbeck’ und ,Heelvocal’ aus den Niederlanden“, verrät Severine Joordens in ihrem gemütlichen Heim in Gangelt.

Nach dem Studium des klassischen Gesangs in Maastricht mit Abschluss „Master of Music“ unterrichtet die Sopranistin seit anderthalb Jahren an der Musikschule Geilenkirchen und leitet die oben erwähnten Chöre. Hauptberuflich tritt sie in Wien mit der weltberühmten amerikanischen Opernsängerin Grace Bumbry auf. Für deren Opernproduktionen „The Bumbry Way“, die Ausbildungszwecken dienen, hat Joordens schon talentierte Schüler, die sie in Gangelt unterrichtete, empfohlen.

„Einige meiner Schüler der Musikschule möchte ich nun gern in Produktionen von Grace Bumbry einbringen, die im Dreiländereck stattfinden werden, um hiesigen Talenten eine Chance zu geben“, erklärt die Gesangskünstlerin. Auch bereite sie Schüler auf ein Studium an den Musikhochschulen in Maastricht und Boston (USA) vor, ließ sie wissen.

Bei all ihren Aktivitäten unterstützt sie ihr Ehemann Alfons nach Kräften. Heute Inhaber einer IT-Firma, sang der studierte Organist und Sänger früher an der Wiener Staatsoper und im Wiener Kammerchor. „Beim Gesangsworkshop in der noch nicht ganz renovierten Scheune unseres Resthofes, Teil eines alten Bauernhofs, frühstücken wir mit den Teilnehmern, essen zu Mittag und grillen abends“, beschreibt er den Tagesablauf in dem urigen Gemäuer mit Holzgiebel und freiliegenden Holzbalken, wo kreative Inspiration in allen Ecken zu lauern scheint.

„Um meine Gesangsschüler an die Bühne zu gewöhnen, veranstalten wir hier zudem noch abends ein Konzert für deren Familien und Freunde, wobei die Teilnehmer selbst bestimmen dürfen, wer kommt, was ihnen den Druck nimmt!“, ergänzt seine Frau.

Doch davor heißt es üben, üben, üben, und die Gesangslehrerin gibt knallharte Empfehlungen: „Gebt Gas! Traut euch! Als Künstler müssen wir immer noch etwas mehr machen, als wir meinen, denn beim Publikum kommt es anders rüber. Den Mund immer schön weit öffnen.“ Sie animiert zu kraftvollem Gesang und begleitet ihre Schüler virtuos auf einem ebenso bunt wie originell bemalten Flügel, der schon allein sehenswert ist.

Lea Beule (14) trägt gleich darauf einen Song aus dem Musical „Miss Saigon“ vor, wobei Severine Joordens auffällt: „Du hebst beim Singen unbewusst den Kopf. Dadurch drückst Du den Kehlkopf ab, wobei dir die Luft wegbleibt und die Töne nicht fließen können.“ Gegen diesen Reflex, den Kopf anzuheben, müsse sie ankämpfen, betont sie.

Um mehr Spannung zum Singen in den Bauchraum zu bekommen, fasst Alfons Joordens Lea sogar an beiden Händen, zieht sie, und sagt, sie solle auch ziehen und dabei singen. Dies macht der Schülerin ganz offensichtlich viel Spaß, zudem verbessert es ihre Töne hörbar.

„Bei ‚my mind‘ die Lippen erst fest zusammenpressen, und dann den Ton kräftig herausstoßen“, gibt die Lehrerin weitere Tipps, „und bei ‚please‘ ziehe das ‚l‘ etwas in die Länge und spuck die Leute quasi an. Beim Musical ist das erlaubt, beim klassischen Gesang dagegen nicht.“ So geht der Unterricht punktgenau, effektiv und fröhlich weiter, und bei vielen Titeln, wie „Hallelujah“, den Katja Himstedt einübt, dürfen alle mitsingen.

Selbst der jüngste Nachwuchs zeigt beim Workshop, was er kann, und als besonderes Bonbon präsentiert Fleur Browers (10) gefühlvoll ihr selbst komponiertes und selbst getextetes Lied „Abschied von der Grundschule“ und Elisa Yang Fong Hu (9) ihr selbst geschriebenes Stück „Der Wolf ist unterwegs“.