Natur- und Umweltschützer: Ein Schwalbenhotel zur Erinnerung an Franz Oschmann

Natur- und Umweltschützer : Ein Schwalbenhotel zur Erinnerung an Franz Oschmann

Franz Oschmann war für sein Engagement für den Naturschutz und die Umwelt bekannt. In Gedenken an seine Arbeit wurde das Schwalbenhotel in Midergangelt vorgestellt.

Das war ein Tag, der Franz Oschmann gefallen hätte. Sonnenschein, frühlingshafte Temperaturen; viele Vögel und Insekten waren schon unterwegs. Der Weißdorn blühte, die Kopfweiden, das große Aushängeschild im ehemaligen Gangelter Bruch, zeigten erstes Grün. Beschwichtigend, mit der Bitte, zu Ende zu kommen, wäre Franz Oschmann dem begegnet, was da über ihn gesprochen wurde bei der kleinen Gedenkfeier, in deren Rahmen ein „Schwalbenhotel“ präsentiert wurde, das an die Arbeit und das nahezu endlose Engagement von Franz Oschmann rund um den Naturschutz erinnern soll.

Franz Oschmann ist vor gut einem Jahr, im Februar 2018, verstorben. Er war rund 40 Jahre lang als Lehrer, davon zehn Jahre als Konrektor und 17 Jahre als Leiter der Gemeinschaftshauptschule Gangelt tätig. Er erlebte die Gründung der Schulform Hauptschule, aber auch deren Ende. Zu seiner Zeit hatte die Schule teilweise über 500 Schüler und war für die Integrationsfähigkeit von bis zu 15 Nationalitäten bekannt. Seine Schüler und Kollegen in der GHS hat er gefordert. Nicht umsonst rühmte der damaligen Schulamtsdirektor Dr. Bernd Schlieperskötter die Hauptschule in Deutsch, Mathe und Englisch als „signifikant besser als der Durchschnitt“.

Fordernd war Franz Oschmann auch, wenn es um die Natur und die Umwelt ging. Er engagierte sich schon sehr früh für deren Schutz. 1979 war er maßgeblich an der Gründung des „Deutscher Bund für Vogelschutz“ beteiligt. Daraus entwickelte sich die Nabu-Ortsgruppe, die er viele Jahre als Vorsitzender führte. In diese Zeit fällt auch seine beratende Tätigkeit bei der Verwirklichung des grenzüberschreitenden Natur- und Landschaftsparks Rodebach–Roode Beek. Weithin sichtbar und prägend für die Landschaft zwischen niederländischer Grenze im Selfkant bis hin in die Teverner Heide sind die zahlreichen Kopfweiden, die von der Nabu-Gruppe Jahr für Jahr intensiv gepflegt werden.

Dies- und jenseits der Grenze war Franz Oschmann in vielen Umwelt-Gremien aktiv. In der Politik der Gemeinde Gangelt war sein Rat als fachkundiger Bürger häufig gefragt. Das im Naturpark heute wieder seltene Vögel und Insekten zuhause sind und längst verschwunden geglaubte Gräser, Blumen und Pflanzen wachsen, ist auch seiner Hartnäckigkeit und der Hände Arbeit vieler Mitstreiter dies- und jenseits der Grenze zu verdanken. Gewünscht hätte er sich, dass der Bieber wieder Einzug hält und Störche die vor Jahren errichteten Nisthilfen annehmen. Beides ist aber bis heute nicht passiert. Hubert Hostenbach, der Nachfolger Oschmanns an der Spitze des Nabu Selfkant, bezeichnete ihn als „Vorkämpfer für die Natur in unserer Region“. Franz Oschmann habe „in vielen praktischen Einsätzen vor Ort, aber auch als Sachkundiger Bürger auf der politischen Ebene den Naturschutz in Gangelt und darüber hinaus maßgeblich geprägt.“

Am Samstag wurde nun in Mindergangelt ein „Schwalbenhotel“ errichtet und eine Ruhebank übergeben; beides soll an die langjährigen Verdienste von Franz Oschmann erinnern. Im Beisein von Irmhild Oschmann, von Bürgermeister Bernhard Tholen und vielen weiteren Gästen wurde die markante Nisthilfe im Herzen von Mindergangelt offiziell vorgestellt. Der Nabu Selfkant wurde dabei von der Firma Stahlbau Trepels, dem Bauhof der Gemeinde Gangelt und Peter Dreißen mit Rat und Tat unterstützt.

Auch Bürgermeister Bernhard Tholen zog den Hut vor der Lebensleistung. „Er liebte die leisen Töne, war aber in der Sache immer hartnäckig“, erinnerte Tholen und erlebte viel Nicken in der Runde der Gäste.

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