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Amselschule in der Gemeinde Gangelt soll 2020/2021 an den Start gehen

Das Küken wird flügge : Projekt der Freien Aktiven Grundschule soll 2020 starten

In der Amselschule in Gangelt soll es allerhand Themenräume geben, zum Beispiel zu den Bereichen Lesen, Schreiben, Rechnen, Fremdsprachen, Kreatives Arbeiten, Bewegung, Tanz, Musik und Forschen. Ein Gebäude für die neue Schule ist schon gefunden, die Finanzierung ist geklärt.

Das Amselküken hatte vor rund einem Jahr erst einmal die kleinen Flügelchen ein- und sich dann wieder ins Nest zurückgezogen. Jetzt aber scheint die Zeit gekommen zu sein, flügge zu werden. Für Samstag, 14. Dezember, 16 Uhr, sind alle, die wissen wollen, was das Amselküken vorhat, in das Bürgerhaus Birgden eingeladen.

Als einzügige, altersübergreifende Grundschule soll die Freie Aktive Grundschule AMSEL zum Schuljahr 2020/21 mit acht bis zehn Erstklässlern an den Start gehen, so viel wollten Katrin und Markus Salden schon einmal verraten. Das Ehepaar Salden aus Birgden gehört zum vierköpfigen Kernteam der Grundschule Amsel, zu dem sich noch ein sechsköpfiges pädagogisches Team hinzugesellt.

Die Gründungsinitiative hatte leider mit dem Ehepaar Dahlmanns zwei Mitstreiter eingebüßt. Sie hatten die Gemeinde Gangelt zwischenzeitlich verlassen, da der erste Vorstoß, eine Freie Aktive Schule in der Gemeinde ins Leben zu rufen, am Widerstand der Politik gescheitert war. Den Dahlmanns war die Einschulung ihrer Kinder in eine solche Schule aber so wichtig gewesen, dass sie den Wohnort wechselten. Die nächsten Freien Aktiven Schulen befinden sich im Raum Mönchengladbach und Köln.

Wie berichtet, war das Projekt Amselschule im vergangenen Jahr am Standort gescheitert. Das betreffende Grundstück in Nachbarschaft zur Gesamtschule Gangelt hätte von Acker- in Gemeindebedarfsland umgewandelt werden müssen. Gangelts Bürgermeister Bernhard Tholen hatte in diesem Zusammenhang angeführt, dass die Amselschule einmal die Vierzügigkeit der Gesamtschule Gangelt-Selfkant infrage stellen könnte.

Ganztag von Anfang an

Seitdem war es ruhig geworden um die Amselschule. Man darf wohl davon ausgehen, dass dem Enthusiasmus der jungen Eltern, ihren Kindern eine Schulform zu bieten, die die Sicht aufs Kind neu definiert, ein heftiger Dämpfer verpasst worden war. Doch ein K.o.-Schlag für die Amselschule war die ablehnende Haltung seitens der Politik und wohl auch von Teilen der bestehenden Schullandschaft keineswegs. Ein Schulplatz ist jetzt so gut wie sicher. Es handelt sich um ein bestehendes Gebäude im Gemeindegebiet Gangelt. Eine Grundschullehrerin wurde ebenfalls gefunden und zudem aus dem Gründungsteam die studierte Kindheitspädagogin Maria Heintz und eine Sonderpädagogin.

Von Beginn an wird den Eltern auch eine Ganztagsbetreuung angeboten. Das Schulgebäude wird Platz bieten für Themenräume zu den Bereichen Lesen, Schreiben, Rechnen, Fremdsprachen, Kreatives Arbeiten, Bewegung, Tanz, Musik und Forschen. Ein naturnah gestalteter Außenbereich wird Möglichkeiten zum Spielen, Gärtnern und Bauen mit Naturmaterialien bieten. Der Begriff Aktive Schule beinhalte die zeitgemäße Weiterentwicklung der Montessori-Pädagogik unter Berücksichtigung neuester Erkenntnisse über das Lernen, erklären Katrin und Markus Salden. Auch der nichtdirektive Umgang mit Kindern nach der Pädagogin Rebecca Wild sowie die demokratischen Mitbestimmungsmöglichkeiten der Kinder und Eltern sollten in der Amselschule weiterentwickelt werden.

Die Finanzierung des Schulbetriebes soll zu 87 Prozent über das Land NRW erfolgen, die restlichen 13 Prozent sollen über einkommensabhängige Elternbeiträge und Spenden aufgebracht werden. Zuständig für die Schulgenehmigung ist die Bezirksregierung Köln. Ein Antrag mit Lehrplan und pädagogischem Konzept hat die Gründungsinitiative Amselschule bereits bei der Bezirksregierung eingereicht. Man rechnet mit der Genehmigung im Frühjahr 2020.

Werde dem Antrag auf Schulträgergenehmigung durch die Bezirksregierung Köln stattgegeben, bestehe ein Anspruch auf Refinanzierung durch das Land, erläutert Markus Salden. „Wir richten uns nach dem Lehrplan des Landes Nordrhein-Westfalen“, stellt Katrin Salden fest.

Lediglich die Hälfte der derzeit vorliegenden Anmeldungen, so Markus Salden, komme von Eltern aus der Gemeinde Gangelt. Zwei Paare seien wegen der Aussicht auf eine Freie Aktive Schule schon in die Gemeinde gezogen. Markus Salden: „Die Frage ist doch, wie sehe ich Bildung, wie sollen meine Kinder einmal lernen?“ Katrin Salden: „Viele Eltern, die sich für eine Freie Aktive Schule interessieren, leben diese Pädagogik mit entsprechender Haltung zum Kind schon jetzt zu Hause.“ Und demnächst in der Amselschule…