1. Lokales
  2. Geilenkirchen

Nach Schändung des jüdischen Friedhofs: Gangelt setzt ein Zeichen gegen Hass

Nach Schändung des jüdischen Friedhofs : Gangelt setzt ein Zeichen gegen Hass

Nach der Schändung des jüdischen Friedhofs vergangene Woche setzten die Bürger Gangelts am Mittwochabend ein Zeichen gegen Hass und für Weltoffenheit.

Als vergangene Woche der jüdische Friedhof in Gangelt verwüstet wurde, saß der Schock in der Gangelter Bevölkerung tief, denn Gangelt versteht sich als ein offenes und buntes Städtchen. Während heute die Nato-Airbase mit ihren vielen verschiedenen Nationen das Ortsleben prägt, gehörten früher jüdische Mitbürger zur Gangelter Bevölkerung. Sie kämpften für Deutschland im ersten Weltkrieg und engagierten sich ehrenamtlich, unter anderem in der Freiwilligen Feuerwehr Gangelt und in der Gewerbegemeinschaft Gangelt.

Auch heute noch ist die Gangelter Bevölkerung stolz auf den jüdischen Friedhof und die Synagoge in der Heinsberger Straße. Leider gibt es seit dem Zweiten Weltkrieg keine jüdische Gemeinde mehr in Gangelt. Dennoch bewahrt die Gangelter Bevölkerung das Gedenken an das jüdische Leben in Ehren.

Nachdem sich vergangene Woche bereits mehrere Einwohner spontan zu einer kleinen Aktion am Ortseingang von Gangelt getroffen hatten, folgte am Mittwochabend eine Demonstration als Zeichen der Solidarität. Bei hochsommerlichen Temperaturen trafen sich rund fünfzig Gangelter Einwohner am Marktplatz, um gemeinsam zum jüdischen Friedhof zu ziehen. Neben Schulkindern, Jugendlichen und jungen Familien waren alle Altersgruppen bei der Demonstration vertreten.

Für die Sicherheit des Zuges und der Zugstrecke entlang der ehemaligen Bundesstraße war die Polizei vor Ort. Auf dem jüdischen Friedhof fand Pastor Krieg treffende und aufrüttelnde Worte. Ganz besonders stolz zeigte sich Pfarrer Krieg darüber, dass sich trotz der Hitze so viele Gangelter auf den Weg gemacht hatten, um ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und gegen Antisemitismus zu setzen. In den kommenden Wochen sind noch weitere Aktionen geplant.