Gangelt: Selfkantbahn meistert 40 Nikolausfahrten

Volldampf : Selfkantbahn meistert 40 Nikolausfahrten

Der Nikolaus hat viele Gesichter – zumindest bei der Selfkantbahn. Bis 2015 war das Kostüm, der volle Bart, die widerspenstige Perücke und als Kopfbedeckung die Mitra auf das Enfant-Terible der Hobbyeisenbahner, Helmut Kommans, zugeschnitten.

Es kam selten vor, dass er sich im Laufe der vielen Jahre, die er den St. Nikolaus gegeben hat, vertreten ließ.

Heute sind es mit Martin Kilb, Christoph Sega, Michael Detsche und Markus Kaiser gleich vier heilige Männer, die in dem Kostüm mehr oder weniger Platz haben.

Je nach Verfügbarkeit wechseln die vier sich ab, um am Ende bei 40 Nikolausfahrten mit jeweils 330 Plätzen in staunende Kinderaugen geblickt und ungezählte selbstgemalte Bilder geschenkt bekommen zu haben, Gedichte zu hören und Wunschzettel einzusammeln. Natürlich ist das Wichtigste für Kinder die große Tüte, die ihnen von dem imposanten Mann in dem roten Gewand überreicht wird. Dabei ist die Anfahrt des St. Nikolaus in seiner von Hans-Peter Birmanns gesteuerten Kutsche schon ein erster Höhepunkt für die Kinder, die mit leuchtenden Augen und plattgedrückter Nase an den Scheiben der Waggons kleben.

Glückliche Kinder entschädigten dann auch für den fehlenden Schnee; bei den Fahrten am Auftakt-Nachmittag hat es sogar einige Male kräftig geregnet. Musste St. Nikolaus im letzten Jahr in Ermangelung eines Pferdes mit einem VW-Bulli anreisen, konnte Hans-Peter Birmanns dieses Jahr den fünfjährigen Domino präsentieren, der, lange auf seine Aufgabe vorbereitet, alles gut meisterte.

Dass die Selfkantbahner mit den Nikolausfahrten eine Marktlücke füllen und damit auch kräftig die Werbetrommel für ihre zahlreichen Veranstaltungen von Ostern bis in den Herbst hinein rühren, ist altbekannt. Bereits seit 1971 gehören sie zum Veranstaltungsprogramm der Region Heinsberg und haben sich in dieser Zeit einen festen Platz im Herzen der Kinder und ihrer Eltern erobert – nicht nur im Rheinland, sondern auch in den Nachbarländern Belgien und den Niederlanden. Inzwischen erfreuen sie weit mehr als 10.000 Fahrgäste jährlich.

Bis zu neun Personenwagen muss die kleine Dampflok über die Strecke ziehen, und dazu noch einige der Wagen mit Dampf für die Heizung versorgen, die restlichen werden – nicht minder sehenswert – mit Briketts beheizt. Vom Bahnhof Gillrath aus geht die Fahrt über die 5,5 Kilometer lange Strecke in Richtung Schierwaldenrath, wo es in einem Zelt noch eine Feier mit St. Nikolaus und den Kindern gibt.

(hama)
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