Gangelt: 2018 war kein gutes Jahr für den Gemeindewald

Forstbericht: Kein gutes Jahr für den Gangelter Gemeindewald

Erst Friederike, dann die Dürre: Die Wetterkapriolen 2018 werden voll auf die Holzwirtschaft durchschlagen.

Jedes Jahr um Nikolaus besucht Förster Wolfgang von der Heiden vom Regionalforstamt Rureifel-Jülicher Börde eine Sitzung des Bau- und Umweltausschusses der Gemeinde Gangelt und stellt den Forstwirtschaftsplan für das kommende Jahr vor. Bei seinem diesjährigen Besuch hatte Wolfgang von der Heiden leider keine guten Nachrichten zu verkünden.

Der Sturm Friederike habe zu Beginn des Jahres den Gangelter Gemeindewald zwar noch einigermaßen verschont, zumindest im Vergleich zu den Nachbargemeinden, wo es sehr gerappelt habe. Doch durch die Dürre und die hohen Temperaturen im Sommer seien auch Kulturen aus den Vorjahren eingegangen.

Leider, so von der Heiden, habe sich zudem der Fichtenborkenkäfer stark vermehrt. Das sei umso bedauerlicher, da die Fichte das Brot jedes Waldbesitzers sei. Wolfgang von der Heiden: „Auf dem Holzmarkt sieht es ganz düster aus.“ Es sei unsicher, ob das Nadelholz verkaufbar sei. Die wertvollen Eichen wolle man aber erhalten.

Die Einnahmen aus dem Holzverkauf abzuschätzen, sei schwierig. Das Unterfangen käme dem Blick in die Glaskugel gleich. Wolfgang von der Heiden rechnet mit Erträgen in Höhe von voraussichtlich 20.000 Euro. Dem stehen im Forstwirtschaftsplan 2019, dem die Mitglieder des Bauausschusses einstimmig ihre Zustimmung erteilten, Kosten in Höhe von 34.705 Euro gegenüber. Die geplanten Maßnahmen des Forstwirtschaftsplanes sehen im Bereich der Wegeunterhaltung nur dringend notwendige Unterhaltungsmaßnahmen in Höhe von 4500 Euro vor.

Geschädigt von der Dürre sind Birken und Kiefern, die im nächsten Forstwirtschaftsjahr gefällt werden sollen. Die Kosten für das Fällen, das Ausdünnen des Waldes, das mit dazu führen wird, dass sich die Bäume besser entwickeln können, und die Verkehrssicherung sind mit 5416 Euro im Wirtschaftsplan veranschlagt. In zwei Gebietsabschnitten des Gemeindewaldes soll aufgeforstet werden, in einem mit Küstentannen sowie im zweiten Abschnitt mit einer Mischung aus Douglasie, Küstentanne und Rotbuche. Diese Maßnahme und die damit verbundenen Arbeiten wie zum Beispiel das Freischneiden ergeben Kosten in Höhe von 21.489 Euro.

Im Regionalforstamt Rureifel-Jülicher Börde geht man davon aus, dass mit den Arbeiten der Wert des Gemeindewaldes erhöht wird. Waldschutzmaßnahmen schlagen im Forstwirtschaftsplan 2019 mit 900 Euro zu Buche. Die Jungwuchspflege und die Bestandsregulierung zur Verbesserung der Qualität der Waldbestände werden 980 Euro kosten. Um den Ausschussmitgliedern vor Ort einen Eindruck vom Zustand des Gemeindewaldes zu vermitteln, wird Förster Wolfgang von der Heiden voraussichtlich im Mai 2019 einen Ortstermin anbieten.

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