Gangelt: „Gängelder Bejer“: Bierliebhaber entdecken historische Methode neu

Gangelt: „Gängelder Bejer“: Bierliebhaber entdecken historische Methode neu

Achim Tholen wohnt im Gangelter Ortskern gegenüber der Nikolauskirche in einem der historischen Häuser des Ortes. Rund um 1900 hatte hier Leo Ohlenforst eine Bierbrauerei mit angrenzender Schankwirtschaft. Die kennt jeder: die ehemalige Gaststätte von Cleef.

Kaum jemand kennt den Keller, der sich über mehrere Gebäude erstreckt und in dem die Brauerei untergebracht war. Achim Tholen und Heiko Wolter waren auf der Suche, etwas Regionales und Historisches anzubieten.

Was lag da näher, als einmal zu versuchen, dem alten Gangelter Bier so nahe wie möglich zu kommen? Achim Tholen, als Läufer weit über die Kreisgrenzen hinaus bekannt und erfolgreich, kam bei einer seiner Trainingseinheiten im niederländischen Jabeek an der „Dorpsbrouwerij de Maar“ vorbei und fand mit Leon Bemelmans nicht nur einen erfahrenen Bierbrauer, sondern auch einen Fachmann für historische Braumethoden.

Man traf sich oft, einigte sich auf die Bierfarbe, den Alkoholgehalt und den Geschmack — und schon war das „Gängelder Bejer“ geboren. Natürlich wurde es handwerklich gebraut. „Leon hat gebraut, wir haben die Zutaten hineingekippt“, erinnern sich Achim Tholen und Heiko Wolter an eine ganz neue Erfahrung. Ein Teil der Sude wird in Fässchen abgefüllt, der Rest in 0,75er-Flaschen mit dem „Plopp-Verschluss“. Das Flaschenetikett wird geziert von einer Bleistiftzeichnung, die von Piet Leuchter stammt. Wer den Geschmack kennenlernen und erfahren will, warum das Bier ober- und nicht untergärig ist, kann sich im Rahmen des Nikolausmarktes im Keller der alten Drogerie Nordhausen ein Bild machen.

(hama)