Übach-Palenberg: Fußgängerbrücke: Drei mögliche Varianten, alle sind zu teuer

Übach-Palenberg: Fußgängerbrücke: Drei mögliche Varianten, alle sind zu teuer

Es ist schon um die drei Jahre her, dass die Fußgängerbrücke ins Wurmtal gesperrt worden ist, immer wieder kommt das Thema seitdem auf. Viele Bürger ärgern sich darüber, dass die komfortable Abkürzung von der Alten Aachener Straße ins Übach-Palenberger Naherholungsgebiet nicht mehr zur Verfügung steht.

Mal geht es in diesem Rahmen um Jugendliche, die angeblich die Bahngleise überqueren, dann wieder um die schwierige Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn, denn für Arbeiten an der Brücke müsste der Zugverkehr zwischen Aachen und Mönchengladbach eingestellt werden.

Und schließlich ist der Zustand der Brücke im Zusammenhang mit der Nutzung des Naherholungsgebiets im Allgemeinen zu betrachten — nicht wenige Bürger in Übach-Palenberg sind der Meinung, dass das hohe Potenzial der Grünfläche nicht (mehr) optimal genutzt werde. Schön sind die gammeligen Holzplanken und die Absperrung mit dem Hinweis auf Lebensgefahr natürlich sowieso nicht.

Am Mittwoch wird der Bauausschuss einmal mehr darüber beraten, wie mit dem noch nicht einmal 30 Jahre alten Problembau umgegangen werden soll. Denn es liegt ein Gutachten vor, in dem die Ergebnisse einer statischen und bautechnischen Analyse vorgestellt werden — und außerdem drei mögliche Varianten für das weitere Vorgehen.

Abriss: Dies wäre die günstigste Variante, die Kosten lägen brutto bei rund 200.000 Euro. Fußgänger müssten dann — wie auch aktuell schon — die andere Wurmtalbrücke oder die Unterführung am Bahnhof nehmen, um ins Wurmtal zu gelangen. Der Vorteil an dieser Variante: Die Stadt würde in Zukunft 10.000 Euro an Wartungskosten pro Jahr sparen. Die Kosten für den Abriss hätten sich also in etwa zwei Jahrzehnten amortisiert.

Sanierung: Diese Variante würde wohl nicht weniger als 450.000 Euro kosten, eventuell auch deutlich mehr. Außerdem würden die Wartungskosten sich in Zukunft auf 20.000 Euro verdoppeln. Das scheint kaum vertretbar, zumal die Brücke wohl für nicht mehr als 15 weitere Jahre zu retten wäre und sich auch einige der bestehenden Probleme nicht lösen ließen. In Herbst und Winter bliebe die Glätte gefährlich, auch müsste die Nutzung für Fahrradfahrer verboten bleiben. Große Teile des Bauwerks müssten ausgetauscht, der Mittelteil zur Überarbeitung demontiert werden. Anschließend könnte man diesen wohl weiterverwenden.

Neubau: Diese Luxusvariante wäre für Kosten von etwa 1.050.000 Euro zu haben. Die Unterhaltskosten würden dafür deutlich sinken. Nach dem Neubau hätte die Stadt eine Brücke aus Stahl oder aus Aluminium. Sämtliche Probleme, die auch bei einer Sanierung bestehen bleiben würden, wären damit gelöst. Auch die Lebensdauer wäre sehr viel länger. Der einzige Nachteil neben den hohen Kosten: Die neue Brücke müsste wahrscheinlich deutlich höher gebaut werden als die bisherige, im Gegensatz zum bestehenden Bauwerk in saniertem Zustand wäre sie also wahrscheinlich nicht mehr barrierefrei.

Dass die Stadt Übach-Palenberg sich die Sanierung ebenso wenig leisten kann wie den Neubau, vermag nicht zu überraschen. Das größere Problem ist allerdings, dass die Stadtverwaltung davon ausgeht, dass schon der Abriss zu teuer ist — zumindest sind die bisherigen Haushaltsansätze nicht darauf ausgelegt. Entweder müsste das Geld also von anderswo genommen werden oder es müssten zusätzliche Einnahmen her.

Ein Abriss wäre die unpopulärste Variante, aber rein finanziell gesehen wohl die vernünftigste. Denn auch in ihrem jetzigen Zustand, der wirklich absolut keinem nützt, verursacht die Brücke Kosten von rund 10.000 Euro pro Jahr und außerdem Beschwerden von ungeduldigen Bürgern, die wissen wollen, wann die Brücke endlich wieder genutzt werden kann. Beide Probleme wären mit einem Abriss aus der Welt geschafft, der Zahn wäre gezogen.