Geilenkirchen: FSV Geilenkirchen: Frauen-Team mit furiosem Einstand

Geilenkirchen: FSV Geilenkirchen: Frauen-Team mit furiosem Einstand

Was für ein Einstand! Bei seinem ersten Spiel, einer Begegnung im Kreispokal, hat der FSV Geilenkirchen seinen Gegner mit 6:0 vom Platz gefegt. Die Tore fielen gleichmäßig auf die beiden Halbzeiten verteilt, Lisa Beckers netzte dreimal ein, Nina Cordie zweimal und Madita Evertz einmal, dann konnte Jahn Hilfarth nach Hause fahren.

Es war das erste Mal in der Vereinsgeschichte, dass eine Seniorinnen-Mannschaft mit den Trikots des FSV 09 Geilenkirchen-Hünshoven auflief. Und schöner hätte der Sonntagvormittag wohl nicht verlaufen können. „Damit habe ich nicht gerechnet“, gestand auch Trainer Bernd Sticha am Tag darauf.

Selbst beim unangefochtenen Volkssport Nummer eins kämpfen viele Vereine bekanntlich mit akutem Spielermangel, Vereinsfusionen als Ausweg sind keine Seltenheit mehr. Dem FSV 09 Geilenkirchen-Hünshoven mit seinen zahlreichen Mannschaften sind diese Probleme zwar eher fremd. Dass eine neue Mannschaft gegründet wird, ist aber auch für diesen Verein eine große Sache.

19 Spielerinnen umfasst der Kader der Seniorinnen-Mannschaft, 17 davon sind spielberechtigt (die zwei übrigen momentan noch zu jung), und alle haben Lust auf Fußball. Trainer Bernd Sticha ist sich nicht sicher, was für ein Niveau auf seine Truppe wartet, dafür kennt er die Heinsberger Kreisliga nicht gut genug. Acht Teams gibt es, die Gegnerinnen kommen beispielsweise aus Ratheim, Immerath und Boscheln.

„Die erste Saison betrachten wir als Lehrjahr. Und natürlich wollen wir uns nicht ans Tabellenende durchreichen lassen. Ich hoffe, dass ein Mittelfeldplatz drin ist“ — das jedenfalls war seine Einschätzung vor dem Einstand im Pokal. Das Training laufe genau wie immer ab, „wir ziehen einfach unser Ding durch“. Eine gute Truppe habe er.

Natürlich ist der FSV umgekehrt genauso für die kommenden Kontrahentinnen ein Unbekannter. Auf zweierlei dürfen diese sich verlassen: Erstens, dass sie auf eine sehr junge Mannschaft treffen — die ältesten Spielerinnen sind 23, die jüngsten 17. Und zweitens, dass man es nicht mit einer neu zusammengewürfelten Elf zu tun haben wird, die erst noch zueinander finden muss. Denn ein großer Teil der Spielerinnen kickt schon seit der C-Jugend zusammen, seit Anfang 2011 unter Trainer Sticha.

Davor hat Sticha Jungs-Mannschaften trainiert, an den Frauenfußball hat er, der mit seinen 51 Jahren selbst noch für die Alten Herren die Fußballschuhe schnürt, sich aber längst gewöhnt. Sicherlich sei Männerfußball härter und aggressiver, „aber Frauenfußball macht genauso viel Spaß“. Außerdem gefällt ihm der gute Zusammenhalt in seiner Mannschaft. Wenn eine Spielerin bei einem Pflichtspiel nicht mitspielen könne, komme sie trotzdem zum Zugucken und zum Anfeuern. Das sei bei den Jungs nicht immer der Fall.

Vergangenes Jahr habe man nach der A-Liga-Saison eigentlich auseinandergehen wollen, berichtet Sticha. Denn viele Spielerinnen wurden zu alt für den Jugendbetrieb, andere hatten das Abitur oder den Beginn des Studiums vor sich. Nachdem sich einige potenzielle Neuzugänge gemeldet hatten, habe man dann noch mal nachgezählt und festgestellt, dass man doch die notwendige Kopfzahl aufbringen kann. Seit Sonntag ist klar: Ihre beste Zeit hat diese junge Truppe vielleicht erst noch vor sich. Es muss ja nicht immer gleich ein 6:0 sein.

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