Geilenkirchen: Freude an der Farbe: José van der Varst stellt in Haus Basten aus

Geilenkirchen: Freude an der Farbe: José van der Varst stellt in Haus Basten aus

Eine außergewöhnliche Ausstellung präsentiert der Verein GK Kulturgut! noch bis Sonntag, 24. März, in der Galerie Haus Basten in Geilenkirchen. Die Betrachter der Bilder begeben sich auf eine Reise durch die Farben der Natur und dementsprechend hat die niederländische Künstlerin José van der Varst-de Vos der Ausstellung den Titel „Bildformen der Natur — die Farbe als Bild“ gegeben.

„Abstrakt, impressionistisch, intuitiv und emotional“ seien die vier Begriffe, die für das Werk der in Posterholt lebenden Künstlerin ständen, meinte Bürgermeister Thomas Fiedler bei der Vernissage. „Hier kommt etwas, das dich packt.“

Als er das erste Mal ein Bild von José van der Varst gesehen habe, habe er die gleiche Freude empfunden wie vor vielen Jahren bei einem Bild des Impressionisten Alfred Sisley: „Die Auflösung alles Flächigen in eine irisierende Vielzahl kleiner Strukturen, das Heranziehen eines Moments, statisch, ruhig, manchmal sogar banal und seine Auflösung in etwas ungeheuer komplexes, Schwirrendes.“ Aus frühlingshaftem Grün werde bei van der Varst 1000 mal verschiedenes Grün, aus Grau würden alle Farben des Schnees und einige kleine Tupfer Rot. Fiedler: „So zieht uns jedes Bild näher heran, bindet uns und lässt uns doch alle Freiheit beim Betrachten.“

Beim Blick auf eines der figurativen Gemälde der Künstlerin habe er den Eindruck, die Figuren eines Traumes verschwänden gerade und ließen den Betrachter heiter und zugleich ratlos zurück. „Aber ist dieser Übergang vom Traum in den Halbschlaf und ist das Hineingleiten in einen Traum nicht eines der schönsten Gefühle, die wir im Leben haben können?“, fragte der Bürgermeister. Für ihn jedenfalls sei es etwas Beglückendes, auf die Werke von José van der Varst zu schauen.

Mit großem Sachverstand

Besonders hob Fiedler noch hervor, dass GK Kulturgut! mit dieser Ausstellung zum Ausdruck bringe, wie viel Kunstsachverstand in ihm versammelt sei. Die Vorsitzende des Kulturvereins, Henriette Eghi-Gamsari, stellte mit Dr. Dirk Tölke einen Kunsthistoriker aus Aachen vor, der in die Ausstellung einführte. Lichtspiele bei den Bildern von José van der Varst eine große Rolle, ließ er die rund 50 Zuhörer wissen.

Neben der Freude an der Farbigkeit sei die fotografische Festlegung ganz zu Anfang die Basis für die Werke. In der Gestaltung der Bilder gehe die Künstlerin dann ihren eigenen Weg. „Das Bild ist im Detail durchstrukturiert bis zum Rand“, sagte Dr. Dirk Tölke. Besonders die Leuchtkraft der Farben kämen in den Werken zum Ausdruck, die über eine Einheitlichkeit verfügten, in der „man lange wandern kann“.

José van der Varst (66) wurde in Arnheim geboren und fand bereits im Kindesalter Gefallen an der Malerei. Sieben Jahre besuchte sie Kunstakademien und Seminare, bevor sie sich zunächst Acryl-Arbeiten widmete. „Das ging mir zu schnell, ich wollte mich intensiver mit dem Malen beschäftigen“, sagt sie.

Also wechselte sie zu Öl und Spachtel. Heute benötigt sie drei bis vier Monate für ein Bild, das sie mit Pigmenten in sieben übereinandergelagerten Schichten gestaltet. Jedem ihrer abstrakten Gemälde liegt ein Foto zu Grunde, das sie in Natur gefertigt hat. So abstrahierte sie den Schnee in der Landschaft oder ein Rapsfeld, dass der Betrachter mit viel Fantasie auch als solches erkennen kann.

Die Ausstellung im Haus Basten, Eingang Friedlandplatz, ist noch bis einschließlich 24. März dienstags und donnerstags von 16 bis 20 Uhr sowie samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

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