Geilenkirchen-Gillrath: Fremdenführer durch deutsche Bürokratie

Geilenkirchen-Gillrath: Fremdenführer durch deutsche Bürokratie

Es kommt nicht alle Tage vor, dass ein Dienstleistungsunternehmen aus Geilenkirchen mit einem internationalen Preis ausgezeichnet wird. Der Name „King & Mayr“ wird sich aber einigen Managern und Unternehmenschefs aus der ganzen Welt eingeprägt haben, denn das in Gillrath ansässige Management ist der Gewinner des renommierten „Expatriate Management & Mobility Award“ (EMMA) für Europa in der Kategorie „Destination Service Provider of the Year 2013.“

Die Geschäftsführer Jennifer und Alan King sowie Gesellschafter Holger Mayr und das gesamte Team konnten es gar nicht fassen, denn bei der Preisverleihung in London stellte die kleine Geilenkirchener Firma mit ihrem innovativen Dienstleistungsangebot bekannte Branchengrößen in den Schatten.

Die Firmierung „Personal Management & Destination Services“ umschreibt ein Arbeitsfeld, das sich mit administrativen und haushalterischen Aufgaben befasst und die internationale Klientel ins Auge fasst. „Wir helfen den hier lebenden, nicht-deutschsprachigen Familien und Einzelpersonen bei der Bewältigung ihres Alltags“, erklärt Jennifer King die hinter dem Geschäftsgebiet steckende Idee.

Zusammen mit ihrem britischen Ehemann Alan King hat sie die Firma 2010 ins Leben gerufen und mit dem Steuerfachwirt Holger Mayr einen kompetenten Partner gefunden. Die beim Nato Verband tätigen Soldaten und ihre Familien nutzen gerne das Angebot von King & Mayr, denn das löst so manches Problem, mit dem sie ansonsten nicht fertig würden.

„Internationale Personen sind oft hilflos der Bürokratie in Deutschland ausgeliefert“, weiß Alan King. Jedes Land habe bestimmte Systemabläufe, doch wer diese nicht kennt, sei oftmals aufgeschmissen. „In der Global Mobility Branche zählt Deutschland sogar zu den zehn Ländern mit der größten Abbruchrate eines Arbeitsaufenthaltes“, berichtet Jennifer King.

Viele würden sich mit dem System hier nicht zurechtfinden und beherrschten die Sprache nicht gut genug. Sie seien auf sich selber angewiesen und müssten versuchen, sich durch den Paragrafendschungel zu kämpfen.

Das fange schon bei der Unterschrift des Mietvertrages an. Viele Dinge gelte es kontinuierlich zu regeln, inklusive des Prozederes um Telefon- und Internetanschluss, Versicherungen, Bankkonto, Strom, Wasser, Heizung, Auto, Schule oder Kindergarten, um nur einige Dinge zu nennen.

In einem fremden Land den Anforderungen des Berufes und des privaten Alltages gerecht zu werden und sich ohne professionelle Unterstützung eigenständig der Verwaltung von privaten Rechnungen und Verträgen zu widmen und vor allem den Überblick zu behalten, sei für nicht Deutsch Sprechende extrem schwierig.

Wo ist denn hier die Küche?

Es sei für Außenstehende schwer sich vorzustellen, wie fremd deutsche Vorgehensweisen auf andere Kulturen wirken. So sind einige der häufig gestellten Fragen der Kunden von King & Mayr, warum in Deutschland keine Küchen in den Häusern und Wohnungen sind, wieso man sein Auto nicht auf dem Grundstück waschen darf oder warum sonntags die Geschäfte geschlossen sind.

Derartige Fragen zu beantworten und Probleme im Keim zu ersticken, haben sich Alan und Jennifer King auf die Fahne geschrieben. Das zehnköpfige Team vom King & Mayr verwaltet das geschäftliche Portfolio der Kunden und hat in diesem Zusammenhang auch Vollmacht. „Wir sind die abweichende Rechnungsanschrift und korrespondieren mit Vermietern, Versicherungen und allen erdenklichen Providern“, erklärt Jennifer King.

Vorausschauende Planung

So könnten sämtliche Angelegenheiten der ausländischen Familien auch vorausschauend erledigt werden. Außerdem werde so im Vorfeld verhindert, dass Missverständnisse bei Bearbeitungsvorgängen entstehen, oder dass Wichtiges in der Post verloren geht. King & Mayr verwaltet mittlerweile über eine halbe Million Euro im Jahr für die Kunden.