Gangelt: Freiwilliges Jahr: Ein Leben zwischen Schule und Sport

Gangelt : Freiwilliges Jahr: Ein Leben zwischen Schule und Sport

Fragt man Jannik Zantis nach seinen beruflichen Plänen, ist für ihn eins ganz klar: „Ich will auf Lehramt studieren“, sagt der 19-Jährige aus dem Alsdorfer Stadtteil Kellersberg. Allerdings, das räumt er schon ein, wusste er bis vor einiger Zeit noch nicht genau, in welche Richtung es gehen sollte. Als Entscheidungshilfe dazu diente ihm das nun absolvierte Freiwillige Soziale Jahr (FSJ).

Ursprünglich eine Idee des Diakonischen Werks, ist das FSJ mittlerweile ein richtiger Pool zahlreicher Einsatzmöglichkeiten geworden. Und für Jannik ist es auch eine wesentliche Entscheidungshilfe dafür gewesen, was er später machen will. Statt wie viele Altersgenossen gleich von G8 über ein Studium zum Beruf durchzuschalten, legte der junge Mann einen Zwischengang ein.

Bei den Kindern — egal, ob im Offenen Ganztag der Breberener Grundschule oder beim SV Breberen — hatte Jannik gleich alle Sympathien auf seiner Seite. Foto: Markus Bienwald

Gas rausnehmen war allerdings nicht angesagt, ganz im Gegenteil. Dafür sorgte schon sein zweigeteiltes Einsatzgebiet: Denn über die ohnehin innige Kooperation der OGS Breberen und dem Sportverein SV Breberen kamen mannigfaltige Aufgaben auf ihn zu. Für ein Jahr war er sozusagen der „dritte Mann“, immer in der Schnittmenge zwischen Sportverein und Schule.

Fixpunkt waren die jungen Kinder, mit denen er in der Schule die Zeit im Offenen Ganztag gestaltete und für die er im Verein fürs Training zuständig war. Und das machte Jannik, der von Schulleiterin Claudia Seidel ruckzuck als „unverzichtbar“ eingestuft wurde, offenbar mit ganz großem Erfolg. „Er hat einfach ein tolles Händchen für Kinder“, ist Seidel begeistert. Im Unterricht war Jannik, wie es so schön heißt, „unterstützend tätig“, aber nicht nur im Sportunterricht.

In der OGS war er nach Aussage der OGS-Leiterin in Breberen „ein sehr wertvoller Mitarbeiter“. „Und er ist in der Lage, mit seinen gerade mal 19 Jahren sehr viel Verantwortung zu übernehmen“, freute sich OGS-Leiterin Nathalie Normann. Für den SV Breberen erwies er sich bei den Bambinis, der G-Jugend, und damit dem jüngsten Nachwuchs im Klub als unersetzliche Stütze.

„Langeweile hatte er da sicherlich nicht“, meint Jugendleiter Michael Jansen dazu. Und der Vorsitzende Hubert Peters freut sich, mit dem FSJler gleich noch einen wertvollen Menschen mehr im Betreuer- und Trainerstab zu haben. „Es ist ohnehin schwer genug, dort jemanden zu finden“, weiß Peters. Denn die immer deutlicher auch in die Freizeit eingreifende Arbeitswelt hinterlässt ihre Spuren sicherlich auch in der Betreuungsstruktur im Verein.

Strahlende Gesichter hinterließ Jannik also nicht nur bei den Jungs und Mädels, mit denen er gerne auf dem Fußballplatz und in der Schule tätig war. Doch wie steht es um ihn selbst nach diesem Jahr mit gleich zwei FSJ-Aufgaben und der freiwilligen Suche nach so etwas wie dem entscheidenden Punkt in seiner Berufswahl? „Das Jahr hat mir wirklich dabei geholfen, um eine ganz klare Vorstellung zu haben, was ich machen will“, sagt der Alsdorfer.

Viel Theorie und noch mehr Praxis haben ihm in der Art „Trainerschein“ fürs spätere Pädagogendasein auch persönlich sehr viel gebracht. „Es war die definitiv richtige Entscheidung, FSJler zu sein“, sagt er mit breitem Lächeln. Natürlich hat er auch eine Entscheidung gefällt, die vielleicht manchem Politiker auf Landesebene Kopfschmerzen bereiten wird. „Ich würde ja auch Grundschule machen“, sagt er voller Überzeugung, „aber im Vergleich zu dem, was ich in der Sekundarstufe verdienen kann, werde ich mich für ein Lehramt für die weiterführenden Schule entscheiden.“