Gangelt: Franz-Savels-Straße: Für manche schon ein Stück Ortsqualität

Gangelt: Franz-Savels-Straße: Für manche schon ein Stück Ortsqualität

Das Thema „Linden in der Franz-Savels-Straße” bleibt offenbar aktuell. Was wiegt mehr: die romantische Alleenoptik oder die Furcht vor Dachverschmutzung und Kanalisationsschäden?

Zu einer Bürgerversammlung hatte Ortsvorsteher Gerd Schütz ins Rathaus geladen. Es lag der Antrag einer Anwohnerin aus der betroffenen Straße vor, der an die Gemeindeverwaltung gerichtet war. Diese sah die hier stehenden Linden zwar als „Prachtexemplare” an, die allerdings - aus ihrer Sicht - die Anwohner auf Trab hielten. Der Austrieb der Bäume würde unter anderem Dachrinnen verstopfen mit klebrigem Blütenstaub, Laub und Ästen. „Die Linden machen zwölf Monate lang Arbeit”, lautet eine der Beschwerden.

Weitere Klagepunkte sah die Antragstellerin in einem unnötigen Mehraufwand für die Gemeindekasse durch die Lindenstraße, die prächtigen Bäume würden mit ihrem Wurzelwerk Gehweg und Straße beschädigen. Deshalb sei eine Beseitigung der Linden wünschenswert, hieß es.

„Schutz der Alleen”

Gerd Schütz hatte sich vorbereitet und plädierte für den „Schutz der Alleen”. Der Ortsvorsteher informierte über die Definition einer „Allee” sowie die Kriterien, die eine solche Straße erfüllen muss, um diesen Namen zu tragen. Aufgrund dessen anerkannte er die Franz-Savels-Straße als Allee, unterlegte das mit Luftbildern und anderen Aufnahmen des Alleenkatasteramtes NRW.

„Wir haben kein Baumrecht, aber einen Schutz der Alleen”, sagte der Ortsvorsteher und sah durch die mehr als 55 Jahre alten Linden ein „Qualitätsmerkmal” des historischen Orts. „Insbesondere ist es verboten, sie zu roden, abzubrennen oder mit chemischen Mitteln zu zerstören”, so Gerd Schütz und zitierte aus Gesetzestexten zum Schutz der Baumbestände in Alleen.

Der Ortsvorsteher vertrat mit Überzeugung den Standpunkt zum Schutz der „Lindenallee” in Gangelt. Das Publikum reagierte mit viel Zustimmung.

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