Geilenkirchen: Fraktion fordert Sicherheitskonzept für Geilenkirchen

Geilenkirchen : Fraktion fordert Sicherheitskonzept für Geilenkirchen

Zwar weiß auch die Fraktion „Geilenkirchen bewegen und FDP“, dass die Kriminalitätsrate in Geilenkirchen sich rückläufig entwickelt hat, dennoch stellte sie im Haupt- und Finanzausschuss den Antrag, die Verwaltung zu beauftragen, ein mit der Kreispolizeibehörde abgestimmtes Konzept zu entwickeln mit dem Ziel, „dass die tatsächliche Sicherheit, aber auch das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger in Geilenkirchen verbessert wird“.

Im Ausschuss begründete Fraktionschef Wilfried Kleinen den mit einer umfangreichen Kriminalitätsstatistik des Kreises unterfütterten Antrag. Über das Thema sei 2017 schon diskutiert worden, doch seitdem sei nichts weiter passiert. Die Stadt liege immer noch auf den oberen Rängen der Kriminalitätsstatistik im Kreis, und Beschwerden der Bürger häuften sich. Für Unruhe und Ängste sorgten auch die illegalen „Autorennen“ auf dem Parkplatz am Beamtenweg.

Gespräch schon geplant

Mit der Bemerkung „Ich bin entsetzt über diesen populistischen Antrag“ eröffnete Grünen-Sprecher Jürgen Benden die Diskussion. Ein Anruf bei der Verwaltung hätte genügt, um zu erfahren, dass für Oktober ein Gespräch von Stadt und Polizei angesetzt ist. Dass ein solches Gespräch derzeit vorbereitet wird, bestätigte auch Bürgermeister Georg Schmitz. Auch die vom Antragsteller vorgelegte Statistik stimme nicht, so Benden weiter, zum Beispiel seien bei der Einwohnerzahl die Nato-Angehörigen nicht berücksichtigt.

Keine Ängste schüren

Stefan Mesaros von der Fraktion „Für GK“ mahnte einen „behutsamen Umgang“ mit dem Thema an und wies auf das Anwachsen der „subjektiven Ängste“ bei den Einwohnern hin. Zwar seien die illegalen Rennen tatsächlich ein Problem, doch halte seine Fraktion wenig von dem Antrag und fasse ihn allenfalls als Erinnerung auf, so die Meinung von Christoph Grundmann (SPD). Ähnlich äußerten sich auch die Sprecher der anderen Fraktionen. Max Weiler (CDU) warf Wilfried Kleinen vor, die Antragsteller seien „auf einen Zug aufgesprungen, den wir auf den Weg gebracht haben“. Und Helmut Gerads (Bürgerliste) mahnte an, dass es weniger um gefühlte Ängste als um tatsächliche Vorfälle gehen müsse.

Spürbar engagiert griff auch Beigeordneter Herbert Brunen in die Diskussion ein. Es sei eine falsche Darstellung, wenn Leute in der Presse behaupten, nach 18 Uhr sei kein Mitarbeiter des Ordnungsamtes zu sehen. „Wir sind sehr wohl auch dann noch unterwegs“, stellte Brunen klar. Straftaten könne die Stadt nicht ahnden, sondern nur zur Anzeige bringen. Die Kreispolizeibehörde habe bestätigt, dass die Stadt im Einsatz gegen Kriminalität besonders aktiv ist.

Vergleich mit Baesweiler hinkt

Der Beigeordnete kritisierte auch den Vergleich mit der Nachbarstadt Baesweiler, die eine geringere Kriminalitätsrate hat. Der Vergleich hinke allein schon, weil Baesweiler weniger Bahnhöfe und weniger Schulen und damit Jugendliche in der Stadt habe. Brunen schlug vor, über das Thema weiter zu beraten, wenn das Gespräch zwischen Stadt und Polizeibehörde, über das man umfangreich berichten werde, stattgefunden hat.

Den Vorschlag des Beigeordneten hielten auch die Sprecher der Fraktionen für zielführend, und auch Wilfried Kleinen von der antragstellenden Fraktion erklärte sich einverstanden damit, erst nach dem Gespräch erneut über das Thema zu reden.

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