Geilenkirchen: Flüchtlingspolitik: Das Erlernen der Sprache als Basis

Geilenkirchen: Flüchtlingspolitik: Das Erlernen der Sprache als Basis

Welchen Herausforderungen sich die Kommunen in der aktuellen Flüchtlingssituation stellen müssen, war Thema bei den Grünen im Geilenkirchener Bürgertreff. Unter dem Titel „Die Flüchtlinge sind da — was nun?“ diskutierten unter anderem Vertreter der Stadt und des Jobcenters Heinsberg mit Bürgern über die Behandlung der Flüchtlingsfragen jetzt und in Zukunft.

„In der aktuellen Situation darf keinesfalls der humanitäre Ansatz vergessen werden“, meinte Monika Düker, flüchtlingspolitische Sprecherin der Grünen im Landtag. Sie stellte sich neben Yvonne Wolf, Integrationsbeauftragte der Stadt Geilenkirchen, sowie Nurah Mazyek und Harald Heffels vom Jobcenter Heinsberg den teils kritischen Fragen der rund 50 Teilnehmer.

Yvonne Wolf machte deutlich, dass die Stadt Geilenkirchen weder in der Vergangenheit noch in der Zukunft Flüchtlinge vor anderen sozial schwächeren Bürgern bevorzugt habe oder dies tun werde. „Die Versorgung mit Wohnraum ist in Geilenkirchen im Gegensatz zu den Ballungsräumen des Landes weitestgehend gelöst“, sagte sie weiter. Und die Integrationsbeauftragte hob hervor, dass kein Bürger der Stadt Geilenkirchen jemals wegen Flüchtlingen seine Wohnung aufgeben musste oder auf dem Wohnungsmarkt benachteiligt war.

Harald Heffels und Nurah Mazyek skizzierten die eingeleiteten Maßnahmen zur Integration auf dem Arbeitsmarkt von Menschen mit Bleibeperspektive und konnten auch schon von ersten Erfolgen berichten. „Jedoch ist das Engagement der Arbeitgeberseite noch nicht im ausreichenden Maße vorhanden“, so Heffels. Gleichzeitig baten die Vertreter des Jobcenters aber um Verständnis dafür, dass alle Maßnahmen Zeit benötigen würden.

Dass die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Integration das Erlernen der Sprache sei, war ebenfalls Thema der beiden Kollegen und wurde auch durch kritische Anmerkungen aus dem Publikum bestätigt. Sie wiesen darauf hin, dass mit Hochdruck am Aufbau einer flächendeckenden Versorgung mit Deutschkursen verschiedener Niveaus gearbeitet werde und die Situation schon deutlich besser sei als noch zu Beginn des Jahres.

Monika Düker berichtete, dass das Land NRW diesbezüglich zusätzlich eigene Mittel bereitgestellt habe, aber entsprechendes Fachpersonal rar sei. Weiterhin wurde die Rolle der inzwischen gut 80 ehrenamtlich in Geilenkirchen in der Flüchtlingshilfe tätigen Menschen nicht nur gelobt, sondern auch als unverzichtbar angesehen.

Alle Referenten sahen abschließend vor allem Verbesserungsbedarf in den Bereichen der behördlichen Zusammenarbeit, waren aber auch überzeugt, dass die Integration mittel- bis langfristig gelingen werde, wenn die Bürgergesellschaft diese Anstrengungen mittrage. Voraussetzung sei jedoch, dass Menschenverachtung und Verrohung keinen Platz in der gesellschaftlichen Mitte finden würden.