Geilenkirchen: Fidele Bühne Waurichen mit „Wunder, Zoff und Zunder“

Geilenkirchen: Fidele Bühne Waurichen mit „Wunder, Zoff und Zunder“

„Ausverkauft“, hieß es kürzlich bei der Premiere der Fidelen Bühne Waurichen und ihrem neusten Bühnenspaß „Wunder, Zoff und Zunder“ von Bernd Gombold im Bürgerhaus. Dass die 150 Plätze alle besetzt waren, freute die 25-köpfige Laienschauspiel-Truppe riesig.

Seit November hatte sie für die turbulente Komödie geprobt und und quasi nebenbei das aufwendige Bühnenbild geschreinert und gemalt.

Mitglied Uwe Görtz begrüßte am Abend die Gäste im Saal und wies darauf hin, dass es nach jedem Akt eine kurze Pause gäbe. Kaum ausgesprochen, polterte Bürgermeister Karl Doornkaat (Rüdiger Tamm) auf die Bühne: „Alles voll Katzendriss in meinen Radieschen! Mein Hund flirtet mit Pfarrers Katze, statt sie zu verjagen!“

Pfarrer Josef Keusch (Peter Berger-Noth) wiederum trat in Hundedreck und rief verärgert: „Wenn meine Katze etwas taugen würde, würde sie Nachbars Hund verjagen!“ Man merkte gleich: Die Stimmung zwischen beiden war nicht gut. Ursache des Streits war die sanierungsbedürftige Kapelle: Der Seelenhirte forderte nämlich einen Zuschuss der Gemeinde, den der Bürgermeister partout nicht herausrücken wollte.

Welch ein Glück, dass Pfarrhaushälterin Maria (Marianne Berger) auftauchte und fröhlich sächselnd meinte, man könne nur etwas erreichen, „wenn alle gemeensam an een Strang ziehn“. Ihr ermunterndes „Wir schaffen das!“ unterstrich sie durch die „Merkel-Raute“, wobei dem Pfarrer vor Schreck der Gürtel der Soutane herunterrutschte. Das Publikum konnte sich schon während der ersten Szenen und jetzt erst recht vor Lachen kaum noch halten und spendete wiederholt Szenenapplaus.

Auch Bürgermeisters Töchterlein Tina (Nicole Schieren) wagte es, Vorschläge zum Erhalt der Kapelle zu machen, doch ihr Vater schmetterte sie brutal ab: „Jakkelina Schantall — wenn sich jetzt noch Frauen in die Politik einmischen, haben wir bald Verhältnisse wie in Geilenkirchen!“ Tina hatte andere Sorgen, wollte sie doch ihren geliebten Thomas (Robin Finken) heiraten, aber Papa weigerte sich, seine Erlaubnis zu geben.

Ein gemeinsames Liebesnest

Bei all dem Trubel schlenderte der Gemeindearbeiter Franz (Christian Storms) heran, dessen Lieblingswort „Feierabend“ war, setzte sich und aß: „Mmh, leckere Radieschen!“ Der aufgebrachte Bürgermeister herrschte ihn an, ob er subtrahieren könne. „Ja“, meinte Franz, woraufhin Doornkaat brüllte: „Dann zieh ab!“

Jetzt kam die extravagante Heidrun von Zickenbach (Ute Stallbaum) ins Spiel, die dem Bürgermeister den Kopf verdrehte und ihn überzeugte, die Kapelle zu verkaufen, abzureißen und ein gemeinsames Liebesnest zu bauen. Auch Thomas gab nicht auf und versuchte mit einem Trick, seine Tina zu bekommen: Er verkleidete sich als italienischer Bettelmönch, gewann durch seine unkomplizierte Art schnell alle Herzen, und Maria lud ihn ein, im Pfarrhaus zu wohnen: „Der Pfarrer hat bestimmt nichts dagääschen.“

Fresken von Michelangelo

Doch wer weinte da so herzzerreißend? Die trauernde Witwe Gerda (Petra Storms)! Sie klagte: „Ach, war mein Fritz nicht eine schöne Leiche? Und der Butterkuchen hinterher!“ Was der Verlust für sie im Alltag bedeuten würde, ahnte sie schon jetzt: „Morgen kommt die Müllabfuhr — und mein Mann hat immer die Mülleimer rausgestellt!“

Aufgeregt rief Tina dazwischen: „Unser Hund hat Pfarrers Katze getragen — im Maul!“ „Das muss wahre Liebe sein!“, seufzte Franz. Die leider tote Katze wurde auf wunderbare Weise wieder lebendig, und in der Kapelle schien es Fresken von Michelangelo zu geben, die Doornkaat vermarkten wollte: „Waurichen wird Weltkulturerbe und das Bürgerhaus zehnstöckig erweitert und in Doornkaat-Tower umbenannt!“ Er wurde jedoch zum Amüsement der Zuschauer von Frau von Zickenbach gehörig vertrimmt, weil er die Kapelle doch nicht verkaufen wollte.

Am Schluss löste sich alles in Zufriedenheit auf: Tina bekam ihren Thomas, und Bürgermeister und Pfarrer wurden Freunde und besiegelten dies mit Kölsch, wobei der Pfarrer anerkennend meinte: „Eine echte Alternative zum Messwein!“

Die Zuschauer kamen während der Vorstellung aus dem Lachen nicht heraus und dankten allen Akteuren mit frenetischem Applaus für den amüsanten Abend. Außer den Schauspielern gehörten dazu die Souffleusen Anneliese Schaps und Alina Heutz, in der Maske waren Christine und Julia Jung, die Regie bestritt Ulli Sausen-Malka, und viele fleißige Helfer sorgen im Hintergrund dafür, dass es genügend zu essen und zu trinken gab.