Gangelt: Fester Auftrag zur Ausbildung

Gangelt: Fester Auftrag zur Ausbildung

„Willkommen, Nachbar”, begrüßte Peter Ruske als Leiter der Gemeinschaftshauptschule (GHS) in Gangelt seinen neuen Hausgenossen, den Leiter des Fachseminars für Altenpflege, Josef Ziesen, und überreichte eine große Topfpflanze. Mit der Idee kam der Rektor allerdings nicht allein, denn viele der Gäste, die zur Einweihung des Fachseminars eingeladen waren, taten es ihm gleich.

So brauchen sich die neuen Mitbewohner im Hauptschulgebäude in diesem Sinn keine Gedanken mehr um die Gestaltung ihrer Büro-, Unterrichts- und Fachräume zu machen.

Bürgermeister Bernhard Tholen erinnerte daran, wie die Kooperation zwischen der Gemeinde Gangelt, der Hauptschule und den Gangelter Einrichtungen Maria Hilf zu Stande gekommen ist. Probleme mit der Ausbildungsstätte in Brachelen führten dazu, dass die Gangelter Einrichtungen auf der Suche nach neuen Seminarflächen waren.

Bernhard Tholen erinnerte, dass die Gespräche zwischen der Schulleitung und der Gemeinde ebenso fruchtbar waren, wie die Zusammenarbeit mit den Vertretern der Gangelter Einrichtungen.

Strategische Ziele

„Wir waren überzeugt davon, dass die Ausbildung in diesem Fachseminar zukunftsträchtig ist”, fasste der Bürgermeister auch das positive Votum des Rates der Gemeinde zusammen. „Ich drücke die Daumen für ihre Ausbildung”, begrüßte der Bürgermeister die schon bei der Feierstunde anwesenden Schüler.

Mit dieser neuen Einrichtung in Gangelt erfülle man einen Teil des Auftrags der Ordensgründerin Maria Katharina Kaspar, die auf eine fundierte Ausbildung immer großen Wert gelegt habe, umschrieb Dieter Erfurth, Geschäftsführer der Maria Hilf gGmbH, das „strategische Ziel der Maria-Hilf-Gruppe, für permanente Fort- und Weiterbildung zu sorgen.” Die demografische Entwicklung, die die Schülerzahlen der GHS von rund 600 auf inzwischen etwa die Hälfte sinken lässt, „führt zu immer weniger Schülern und immer mehr alten Menschen”. Damit werde die Nachfrage nach Pflegeleistungen quantitativ und qualitativ immer größer.

Eine „logische Folge”

Da sei die Gründung eines eigenen Fachseminars für Altenpflege die logische Folge gewesen. „Um für unsere Einrichtungen auch in Zukunft ausreichend Personal zu gewinnen, haben wir uns zu diesem Schritt entschlossen”, sagte Dieter Erfurth. Im eigenen Haus in der Bruchstraße sei dieses Projekt aus Platzgründen nicht realisierbar gewesen. Schnell sei man auf die GHS gestoßen und sich mit der Gemeinde wie auch der Bezirksregierung einig gewesen.

Innerhalb kürzester Zeit wurden die leer stehenden Klassenräume für die Zwecke des Seminars hergerichtet. Mittlerweile werden 90 Schüler in zwei Altenpflegekursen und zwei Altenpflegehilfekursen ausgebildet. Leo Wennmacher, Personalleiter in den Gangelter Einrichtungen Maria Hilf, stellte das Ausbilder- und Verwaltungsteam rund um den Leiter des Fachseminars Josef Ziesen und dessen Stellvertreterin Bettina Henze vor. Ihnen und den Schülern, die ihnen anvertraut sind, gab Leo Wennmacher eines der Leitbilder mit auf den Weg: „Der ganzheitliche Dienst am Menschen steht im Vordergrund unseres Handelns.”

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