Übach-Palenberg: Ferienspiele begeistern Kinder im Jugendzentrum

Übach-Palenberg : Ferienspiele begeistern Kinder im Jugendzentrum

Jedes Jahr freuen sich die Übach-Palenberger Kinder auf die Ferienspiele des Jugendzentrums. In diesem Sommer gibt es sogar ein Jubiläum zu feiern, denn sie finden zum 40. Male statt. Tim Schaefer, einer der hauptamtlichen Fachkräfte, erinnert sich an die Zeit, als das Jugendzentrum noch in der Geilenkirchener Straße in Frelenberg beheimatet war.

Ein halbes Jahr habe er dort verbracht, denn zu dieser Zeit begann er seine Tätigkeit für die Stadt als Diplom-Sozialarbeiter, ehe die Einrichtung im Jahre 2002 nach Palenberg verlegt wurde. Von Anfang an als „Sozio-kulturelles Zentrum“ geplant, wurde es 2007 zum „Mehrgenerationenhaus“. Für die Jubiläumsferienspiele hatten sich die Verantwortlichen ein Programm mit Highlights aus den vergangenen vier Jahrzehnten ausgedacht — allesamt Aktionen, die den Kindern immer besonders viel Spaß gemacht haben.

Mit viel Geschick bekleben die Kinder Blumentöpfe mit Mosaiksteinen. Foto: Kolodzey

Spielerisches Erforschen

Beim Malen mit Acryl probieren die Kinder verschiedene Techniken aus. Foto: Kolodzey

43 von ihnen hatten sich angemeldet und konnten kaum erwarten, was die Mitarbeiter des Jugendzentrums Marion Dalmisch und Doris Linden-Mahr sowie die sie unterstützenden Honorarkräfte Martin Molls, Lydia Nait Belaid und Fabian Kick wohl „aus dem Ärmel zaubern“ würden. Zunächst gab es einen „Kennenlerntag“, an dem sich die Teilnehmer untereinander vorstellen und das Haus mit Hilfe von lustigen Spielen erforschen konnten.

An den darauffolgenden Tagen kamen unter anderem alte Basteltechniken zum Einsatz: Aus Peddigrohr entstanden unter den geschickten Händen der kleinen Tüftler grazile Körbchen in verschiedenen Größen. Vorab musste das Peddigrohr gewässert werden, um es geschmeidiger zu machen. Viel Geduld war dann gefragt, als es darum ging, das widerspenstige Material in die Löcher der Bodenplatten für die Körbchen zu schieben und formschön miteinander zu verflechten, was jedoch allen gelang. Auch die erst sechsjährige Luisa Kappe hatte sich herangewagt und hielt bald stolz ihr Körbchen in den Händen.

Strand im Miniaturformat

Andere Kinder bauten eine Strand-Idylle: Als Unterlage nahmen sie einen weißen Pappteller, streuten darauf viel feinen, hellen Sand und malten zwei ganz normale Spatel, mit denen ihnen sonst der Arzt in den Mund schaut, braun an. Diese klebten sie kreuzweise zusammen und befestigten an den oberen Enden grünes Transparentpapier. Fertig war ein Palmenduo, das sie nur noch in den Sand zu stecken brauchten. Dem nicht genug: Liegestühle, geschickt aus kleinen, hölzernen Stäben zusammengeklebt und nach Lust und Laune bemalt, gesellten sich dazu.

Eine andere Variante war eine Strandillusion aus Plüsch mit echten Muscheln, dazu Sonnenschirme aus Buntpapier und Strandliegen aus Eisstielen, wobei die zehnjährige Isabel Schmitz dies ein wenig knifflig fand, „weil die Eisstiele leicht herunterfallen“. Auch Omas Stick-Technik feierte Renaissance im Jugendzentrum. Beachtlich war, dass es sogar vielen Jungs großen Spaß machte, auf vorgezeichneten Unterlagen mit Fäden kleine Kunstwerke zu gestalten, unter ihnen Florian Szoszynski und Jan Knops. Jessica Gerzabek freute sich besonders, „dass ich meine Katze ‚Sammy‘ als Stickbild mit nach Hause nehmen kann“.

Malen mit Sand

Auch farbenprächtige Acrylbilder wurden angefertigt. Teils berieselten und beklebten die jungen Künstler ihre bemalten Leinwände noch mit verschiedenfarbigem Sand und ergänzten so die Gemälde um eine reizvolle Komponente. Um die Bilder am gleichen Tag unbeschadet mit nach Hause nehmen zu können, wurden sie eifrig „trockengeföhnt“. Und wer mochte, konnte auch Blumentöpfe anmalen und mit einer Heißklebepistole bunte Mosaiksteinchen aufbringen, was viel Fingerspitzengefühl erforderte, da, wie die zwölfjährige Antonia Schmitz feststellte, „die Steinchen leicht abfallen“.

Natürlich war bei schönem Wetter auch Toben draußen angesagt. Besuche auf dem Abenteuerspielplatz und besonders der Ganztagsausflug zum Spielplatz „Steiner-Bos“ in der Nähe von Heerlen fand begeisterten Anklang. Hier konnten die Kinder auf riesigen Freiflächen coole Kettcars und große Schaukeln ausprobieren und nach Herzenslust herumtollen. So ist es nicht verwunderlich, dass Isabel Schmitz wohl für alle sprach, als sie feststellte: „Mir hat bisher alles super gefallen — die anderen Kinder sind nett, und es ist besser, hier zu sein, als zu Hause rumzusitzen und nichts zu machen.“