Übach-Palenberg: FC Rheinland Übach: Image der Thekenmannschaft loswerden

Übach-Palenberg: FC Rheinland Übach: Image der Thekenmannschaft loswerden

Eigentlich sollte man annehmen, die Fußballer in der Region würden einen Kunstrasenplatz einem Asche- oder schlechten Rasenplatz vorziehen, so lautete die Philosophie des FC Rheinland Übach vor Jahren. Damals wurde ein Kunstrasenplatz auf dem Sportplatzgelände „Am Bucksberg“ eingeweiht. „Aber dadurch kommt kein Spieler extra“, sagt Spielertrainer Daniel Madrid in die Runde.

Mit fast 47 Jahren ist das Rheinländer Urgestein so etwas wie der Vater der Kompanie und möchte in der Kreisliga C wieder eine schlagkräftige Truppe formen. Dabei ist eines aus der Gründerzeit 1980 geblieben — der Verein ist weiterhin ein Familienverein mit schickem Ambiente. In der Stadt wird der Bucksberg Golgatha genannt, einst war er eine Sportanlage mit purem Aschenplatz. Es graute jedem Gegner hier zu spielen, die Asche hatte es in sich.

Der FC Rheinland Übach wurde am 4. April 1980 aus der Taufe gehoben. In den folgenden Jahren baute sich der FC Rheinland sein eigenes Vereinshaus und ist im Breitensport mittlerweile sehr gut aufgestellt. Aber in Sachen Fußball hängt man ein wenig hinterher und kommt nicht recht auf Touren. Wobei der Jugendfußball regelrecht boomt.

Mit dem altehrwürdigen VfR Übach-Palenberg aus dem gleich nebenan liegenden Stadion Übachtal wurde im Jugendbereich ein Kooperationsvertrag geschlossen, hier ist der Kunstrasenplatz Gold wert. Das wünschen sich auch die Seniorenfußballer beim FC — bisher vergeblich. „Nur wegen des Kunstrasenplatzes kommt kein Spieler. Irgendwie haben wir noch das alte Image aus der Gründerzeit mit der Thekenmannschaft“, ärgert sich Daniel Madrid.

Der Coach blickt auf eine leistungsbereite Mannschaft, die sich mit dem Verein identifiziert. Immerhin einen neuer Spieler von Sparta Würselen konnte Madrid begrüßen. In der abgelaufenen Saison wurde ein kleiner Kader zum Verhängnis. Die erste Mannschaft spielte in der Kreisliga B, eine Verletzungsserie und fehlender Teamgeist hatte zur Winterpause den Rückzug der Mannschaft zur Folge.

Bei der zweiten Mannschaft in der Kreisliga C begann der Neuaufbau. „Die Mannschaft wurde in der Rückrundentabelle Zweiter hinter der Ausnahmemannschaft des Aufsteigers FC Germania Teveren II“, so Christoph Olejniczak, Fußball-Abteilungsleiter der Rheinländer. Die Siegesserie brachte dann gleich neue Moral in den Verein und der Vereinsgeist erwachte zu neuem Leben.

Für die kommende Spielzeit setzten sich die Fußballexperten beim FC zusammen und kamen zum Entschluss: Wir gehen mit einer Mannschaft in die Spielzeit. Der Verein blickte auf 20 Spieler und ist damit in der Breite gut aufgestellt. „Wir gehen ohne Druck in die Meisterschaft, möchten natürlich vorne mitspielen und dann sehen, was da kommt“, fiebert der Trainer dem Start entgegen.

Trotz seiner fast 47 Jahre sieht der Coach sich als Leitfigur auf dem Platz. „Wer mich im Abwehrbereich verdrängen will, muss Leistung bringen“, kitzelt der Coach seine Spieler. Der FC Rheinland scheint sportlich derzeit gut aufgestellt.

(agsb)