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„Familiengerechte Kommune“ und „ZWAR“ vorgestellt

Projekte vorgestellt : Investitieren in Familie? Ja, aber mit möglichst wenig Kosten!

Das Interesse der Kommunalpolitiker schien sich in Grenzen zu halten, als im Ausschuss für Bildung Soziales, Sport und Kultur Beatrix Schwarze als Geschäftsführerin von „Familiengerechte Kommune“ auf Antrag der Grünen ihren Verein, der im Ruhrgebiet gegründet wurde, um strukturschwachen Gemeinden zu helfen, vorstellte.

Gerade in Zeiten von Fragen der Integration, älter werdender Generation, Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder Inklusion brauchten Politik und Verwaltung Hilfe von Experten, meinte die Referentin und weiter: „Die Kommune braucht die Familie ebenso wie bürgerschaftliches Engagement.“ So seien Punkte wie Familienpolitik mittlerweile auch wesentliche Standortfaktoren für Städte und Gemeinden.

Auf dem Weg zum Erfolg biete der Verein Hilfe in mehreren Schritten, so bei der Bestandsaufnahme, bei der Sortierung der Ergebnisse, beim Start einzelner Projekte oder bei der Beteiligung der Vereine.

Die Begleitung durch den Verein erstrecke sich über einen Zeitraum von drei Jahren. Im ersten Jahr gehe es um die Konzeptentwicklung, dann folge die Umsetzung. Am Ende stehe die Verleihung des Zertifikats „Familienfreundliche Gemeinde“. Grünen-Sprecher Jürgen Benden nannte das Projekt einen Beitrag zur Imagepflege und betonte die Bedeutung einer parteiübergreifenden Zusammenarbeit.

Stefan Mesaros von der Fraktion „Für GK“ stellte die Frage nach Geld- und Personalaufwand. Die Kosten für die Gesamtdauer der Zusammenarbeit lägen bei gut 18 500 Euro, erklärte Geschäftsführerin Schwarze. Zudem solle es neben vielen ehrenamtlichen Kräften innerhalb der Verwaltung eine für das Projekt zuständige Person geben.

Während für Karola Brandt (Bürgerliste) die Ausführungen zu unkonkret waren, wies Beigeordneter Herbert Brunen darauf hin, dass die Stadt in Sachen Image schon einige Erfolge mit den Projekten „Kompetenz stärken“ oder „Fair-Trade-Town“ vorzuweisen habe. Zudem sei die personelle Beteiligung der Verwaltung, so Brunen, zumindest „nicht einfach“.

Für die Verwaltung stellte dann der Leiter des Jugend- und Sozialamtes, Wilfried Schulz, mit „ZWAR“ (Zwischen Arbeit und Ruhestand) ein anderes Netzwerk für bürgerschaftliches Engagement vor, das für die Stadt fast kostenlos ist. Das vom Land geförderte Projekt wende sich vor allem an Menschen, die kurz vor dem oder am Anfang vom Ruhestand stehen. Zu den langfristigen Zielen zählte die Vermeidung von wachsendem Pflegebedarf.

Treffen, Feste, Aktionen

Am Beginn der „ZWAR“-Beteiligung steht ein Treffen von Multiplikatoren aus Kirchen, Betrieben oder Verbänden. Dann werden Bürger der entsprechenden Altersgruppe angeschrieben.

Wilfried Schulz hatte ein aus der Erfahrung gewonnenes Zahlenbeispiel: Schreibt man gut 3000 Menschen an, ist ein Rücklauf von etwa 150 zu erwarten, von denen vielleicht hundert im Boot bleiben, um ein Netzwerk zu schaffen und zu pflegen, das Treffen, Feste oder andere Aktionen der Freizeitgestaltung anbieten will. Die beteiligten Kommunen hätten dabei, so betonte Schulz, nur Vorteile und kaum Kosten.

In Geilenkirchen werde mit dem Netzwerk aus praktischen Gründen zunächst nur der Stadtkern erfasst, was eine spätere Ausdehnung jedoch nicht ausschließe. Maximal ein Jahr lang werden von „ZWAR“ geschulte Netzwerkbegleiter die Gründung begleiten, als Kooperationspartner seien bereits der Caritas-Verband und die Franziskusheim gGmbH gewonnen worden. Die Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung und ein erstes Multiplikatoren-Treffen werden am 22. November stattfinden, eine Auftaktveranstaltung ist für Januar 2019 vorgesehen.

(mh)