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Geilenkirchen: Falschgeld-Verdacht: 33-Jährige freigesprochen

Geilenkirchen : Falschgeld-Verdacht: 33-Jährige freigesprochen

Vom Vorwurf, Falschgeld in Umlauf gebracht zu haben, wurde jetzt vom Schöffengericht Geilenkirchen unter Vorsitz von Richter Anselm Pütz eine 33-jährige Frau freigesprochen.

„Der Vorwurf ist nicht nachzuweisen, denn es gibt erhebliche Zweifel an der Richtigkeit der Aussage des Disco-Betreibers”, begründete der Richter das Urteil. Schon die Staatsanwältin hatte Freispruch beantragt.

Die Staatsanwaltschaft Aachen warf der 33-jährigen Frau vor, sich am 23. September 2001 Falschgeld beschafft und in Umlauf gebracht zu haben.

„Die Angeklagte zahlte am 23. September um 1 Uhr in der Discothek Blue Beach in Übach-Palenberg mit einem falschen 500 Mark-Schein”, begründete Staatsanwältin Wagner-Schlömer die Anklage.

Die 33-Jährige, die damals in Aachen wohnte, sagte vor Gericht aus, am 22. September gegen 23.30 Uhr mit einer Freundin erstmals in die Disco in Übach-Palenberg gegangen zu sein: „Wir hatten gehört, dass man dieses Lokal gesehen haben muss. Wir haben beide zwei Bier getrunken, die ich mit einem kleinen Geldschein bezahlt habe. Nach gut einer Stunde sind wir nach Aachen zurückgefahren, weil es uns im Lokal nicht gefiel.”

Anfang Oktober habe sie in die Türkei in Urlaub fliegen wollen. Da habe sie festgestellt, dass ihr Personalausweis nicht mehr vorhanden war. Sie habe am 2. Oktober den Verlust des alten Ausweises bei der Stadt Aachen angezeigt und gleichzeitig einen neuen Reisepass und Personalausweis beantragt.

Völlig verwundert sei sie gewesen, als sie Ende November eine Aufforderung der Polizei bekommen habe, zu einer Vernehmung zu erscheinen.

„Der Beamte hat mir vorgehalten, dass ich mit einem falschen 500-Mark-Schein bezahlt haben soll. Daraufhin habe ich nicht weiter ausgesagt, sondern einen Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung meiner Interessen beauftragt.”

Die 46-jährige Freundin der Angeklagten bestätigte vor Gericht diese Aussage: „Wir sind damals spontan in diese Disco gefahren. Daran, dass der Personalausweis meiner Freundin eingezogen worden sei oder ein Gespräch mit dem Discotheken-Betreiber stattgefunden habe, kann ich mich nicht erinnern”, erklärte die Zeugin.

Der 48-jährige Betreiber der Disco: „Die Angeklagte war Gast und bezahlte mit einem falschen 500-Mark-Schein. Ich hatte mein Personal angewiesen, mir derartige Geldscheine vorzulegen. Nachdem die Frau bezahlt hatte, habe ich sie angesprochen und sie nach ihrem Personalausweis gefragt.”

Richter Pütz fragte daraufhin, weshalb er nicht sofort die Polizei gerufen habe. „Ich habe nicht so gern Polizei in der Disco. Deshalb habe ich den Personalausweis eingezogen, nachdem ich mit der Frau gesprochen und ihr diesen Vorschlag gemacht hatte.”

Dabei erklärte der Disco-Betreiber, dass die Angeklagte damals kurze schwarze Haare gehabt habe. Zudem sei ihre Begleiterin blond gewesen. Daraufhin ließ sich die Staatsanwältin den Personalausweis der Angeklagten zeigen, den diese am 2. Oktober 2001 beantragt und später erhalten hatte.

Auf dem Passfoto hatte sie lange dunkelblonde Haare. Daraufhin sagte der Richter: „Haare wachsen innerhalb einer Woche nicht von kurz auf lang.”

„Ich habe am 29. November 2001 die Angeklagte vernommen und dabei festgestellt, dass sie mit Ausstellungsdatum vom 2. Oktober 2001 einen neuen Personalausweis dabei hatte”, erklärte danach ein 53-jähriger Polizeibeamter als Zeuge.

Der Verdacht, dass sie mit einem falschen 500-Mark-Schein bezahlt habe, sei dadurch verstärkt worden, denn der Ausweis habe deutlich früher beantragt werden müssen, wenn er am 2. Oktober bereits ausgestellt worden sei. Angesprochen auf diesen Widerspruch, habe die Angeklagte keine Aussage mehr gemacht, weil sie sich anwaltlich habe vertreten lassen wollen.

Eine 39-jährige Beamtin der Servicestelle der Stadt Aachen sagte jedoch vor Gericht aus, dass Ausweise mit dem Antragsdatum ausgestellt würden.

Staatsanwältin Wagner-Schlömer: „Das Problem des Falles war, dass polizeilich nicht geklärt werden konnte, ob sie Täterin ist. Der Ausweis ist aber nicht vorsorglich beantragt worden. Zudem stimmt nach Aussage der Freundin die Geschichte. Ich beantrage Freispruch.”

Kurz fassen konnte sich der Verteidiger Middendorf: „Es gibt keine Zweifel mehr, deshalb beantrage auch ich einen Freispruch.”