Geilenkirchen: Experiment in der Praxis

Geilenkirchen: Experiment in der Praxis

Sich als Praktikant im neuen Umfeld mit fremden Kollegen zurechtzufinden, das ist schon schwer genug. Stefanie Pohlen hat es da noch etwas schwerer.

Sie absolviert ein Praktikum in der Finanzverwaltung Geilenkirchen - und ist sehbehindert. Dieser Umstand erfordert besondere Gegebenheiten, damit die 25-Jährige die Chance hat, praktische Büroarbeiten in der Verwaltung und Datenverarbeitung zu sammeln.

Sie arbeitet beispielsweise am Computer mit einer speziellen Vergrößerungssoftware. Bücher und ausgedruckte Dokumente kann sie mit einem Bildschirmlesegerät bearbeiten, das Textteile einliest und auf dem Bildschirm stark vergrößert wiedergibt.

Ziel des Projekts ist die berufliche Integration sehbehinderter Menschen, um sie durch zusätzliche Qualifikationen „langfristig in Brot und Arbeit” zu bringen, sagt Gabi Fuhs vom Berufsförderungswerk Düren. Dieses Zentrum vermittelt sehbehinderten Menschen Praktika und unterstützt sie in beruflichen und sozialen Belangen.

So auch Stefanie Pohlen. Sie lebt in Geilenkirchen, deswegen bot sich das vom hiesigen Finanzamt angebotene Praktikum an. Stefanie Pohlen ist gelernte Verkäuferin, kann diesen Beruf aber aufgrund ihrer Erkrankung nicht mehr ausüben.

Das Projekt ist ein Experiment. Auch für Heinz Pütz, der in der Finanzverwaltung arbeitet, aber auch Vertrauensperson schwerbehinderter Menschen im Geschäftsbereich des Finanzministers in Nordrhein-Westfalen ist.

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