Geilenkirchen: Europa-Union rückt die Slowakei in den Blickpunkt

Geilenkirchen: Europa-Union rückt die Slowakei in den Blickpunkt

Es war gleich eine mehrfache Premiere im Geilenkirchener Rathaus. Denn beim Besuch der Botschaftsrätin Dr. Viera Polakoviová durfte sich nicht nur der erste offizielle Gast aus der Slowakischen Republik ins Goldene Buch der Stadt eintragen. Auch für Bürgermeister Georg Schmitz war es der erste Eintrag als Verwaltungschef.

Auf Initiative der Europa-Union Geilenkirchen unter Ägide von Prof. Dr. Gerd Wassenberg kam der Besuch im Rathaus eher zufällig zustande. Eigentlich war am Abend „nur“ ein Vortrag der Botschaftsrätin im Sportpark Loherhof zu ihrer slowakischen Heimat eingeplant. „Da wir im kommenden Jahr eine Studienreise dorthin anbieten, bot sich der Besuch einfach an“, so Professor Wassenberg.

Die Gäste durften viel über das Land am äußeren Rand der EU erfahren. So gibt es dort auf etwas mehr als 49.000 Quadratkilometern Fläche gut 5,5 Millionen Einwohner, auch durch das Engagement der VW-Tochter Škoda die höchste Pro-Kopf-Automobilproduktion in ganz Europa und ein reiches kulturelles Erbe. „Wir haben eine Geschichte, die uns mit Deutschland vereint, denn bereits im Mittelalter kamen viele Handwerker aus Deutschland in die Slowakei“, so Polakoviová.

Bis heute gibt es einen kleinen deutschen Bevölkerungsanteil im Land. Seit 2004 ist die Slowakei Teil der Europäischen Union, eine vertraglich fixierte Zusammenarbeit mit Deutschland gibt es seit 1992, und aktuell ist Deutschland wichtigster Handelspartner der Slowakei. Firmen wie die Telekom, RWE oder auch VW sind dort ansässig, neben Industrie spielt Informatik eine wichtige Rolle im Branchenmix im Land.

Die gemeinsame Geschichte mit der Tschechischen Republik ließ Dr. Polakoviová auch nicht unerwähnt. So kam es zwar am 1. Januar 1993 zur offiziellen Trennung der in Zeiten des Sozialismus verbundenen Länder. „Aber wir haben immerhin 70 Jahre zusammengelebt“, schloss die Botschaftsrätin, was 2018 bei der gemeinsamen 100-Jahr-Feier zur früheren Tschechoslowakei noch einmal ein Thema sein soll.

Ein Aspekt, der bei der Geilenkirchener Europa-Union seit 2009 brach liegt, soll im kommenden Jahr übrigens wieder aufleben. So ist nach Auskunft des Vorstandes im nächsten Jahr eine Reanimierung der früher jährlich aufgelegten Länderpräsentationen geplant. Dann wird die Slowakei bei verschiedenen kulturellen, informativen und politischen Events die Hauptrolle spielen, was wiederum eine Premiere in Geilenkirchen sein wird.

(mabie)
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