Geilenkirchen-Gillrath: Erhöhtes Verkehrsaufkommen: Gefahr für alle Fußgänger

Geilenkirchen-Gillrath: Erhöhtes Verkehrsaufkommen: Gefahr für alle Fußgänger

Hermann-Josef Schmitz aus Gillrath hat gezählt. An einem Donnerstagmorgen zwischen 7.30 und 8.30 Uhr sind 285 Fahrzeuge an seinem Haus an der Kreisbahnstraße vorbeigefahren. Am Nachmittag des selben Tages waren es zwischen 16.30 und 17 Uhr schon 250.

„Seit die Ortsdurchfahrt gesperrt ist, brummt hier der Verkehr“, meint der frühere S3-Offizier bei der Bundeswehr. „Ich beschwere mich nicht darüber, dass die Anlieger die Nebenstraßen nutzen. Aber das rücksichtslose Verhalten von Fahrern, die nicht aus Gillrath und den umliegenden Orten kommen, ist katastrophal.“

Gleich am ersten Tag der Baumaßnahme war ein Rollstuhlfahrer von einem „rücksichtslosen und radikalen“ Verkehrsteilnehmer in den Graben gedrängt worden. „Die überholen mit ungemildertem Tempo über die Radwege. Für Fußgänger, Hunde oder auch Reiter ist es hier gemeingefährlich.“ Hermann-Josef Schmitz lässt diese Situation nicht einfach so über sich ergehen.

„Ich habe mich mit Nachbarn zusammengetan, und wir haben den Rat der Stadt Geilenkirchen eingeschaltet.“ Es habe einen Beschwerdebrief gegeben, denn „die Stimmung ist erhitzt. Zwischen den Verkehrsteilnehmern kommt es zu Situationen, bei denen nicht viel fehlt, bis die Fäuste fliegen.“

In Hatterath besonders schlimm

Dabei seien die Anwohner im benachbarten Hatterath noch viel mehr von diesem „inoffiziellen Umleitungsverkehr“ betroffen. Eltern beider Orte bildeten bereits Fahrgemeinschaften, um ihre Kinder zu Schule zu bringen, weil der Fußweg einfach zu gefährlich geworden sei, vom Lärm und den Abgasen ganz zu schweigen.

Willi Horrichs von Straßen NRW kann die Aufregung nicht verstehen. „Ich selbst habe mich eine Stunde lang am Nachmittag in Hatterath an den Straßenrand gestellt. Ich habe einen einzigen Lkw gesehen, allerdings 150 Pkw. Aber dieses erhöhte Verkehrsaufkommen lässt sich eben einfach nicht vermeiden. Und schließlich ist die Durchfahrt durch den Ort ja auch nicht verboten. Die Anwohner sind das nur nicht gewöhnt.“

Hermann-Josef Schmitz fordert nun die Stadt Geilenkirchen und die Kreispolizeibehörde auf, Maßnahmen zu ergreifen. „Rigorose Geschwindigkeitsmessungen wären nötig. Außerdem müssten die aus dem Verkehr gefischt werden, die auf diesen Nebenstraßen einfach nichts zu suchen haben. Es gibt auch viele Ideen, wie man den Verkehr noch anders umlegen könnte, aber warum soll ich mir den Kopf für diejenigen zerbrechen, die das eigentlich tun müssten? Die Stadt läuft hier sehenden Auges ins Chaos hinein. Mich erinnert diese Situation doch stark an das 35. Jubiläum der Awacs. Auch hier meinte der Bürgermeister: ‚Da kann man nichts machen‘. Ich habe den Eindruck, die sitzen das einfach aus.“

Zumindest haben die heftigen Proteste der Gillrather wohl mittlerweile dazu geführt, dass die Polizei und der Kreis Heinsberg die Geschwindigkeitskontrollen in Gillrath verstärkt haben. Für Hermann-Josef Schmitz schon ein kleiner Erfolg.

(sit)
Mehr von Aachener Zeitung