Übach-Palenberg: Elf Kinder, 20 Enkel und 19 Urenkel: Wolfgang Scholz wird 90

Übach-Palenberg: Elf Kinder, 20 Enkel und 19 Urenkel: Wolfgang Scholz wird 90

„Gartenarbeit und mein Hund Carlos halten mich mobil. Mit ihm gehe ich jeden Morgen und Abend Gassi. Die Bewegung tut mir gut“, mutmaßt Wolfgang Scholz über die Gründe, weshalb er ein solch hohes Alter erreicht hat. Am Donnerstag, 14. Juni, vollendet der rüstige Senior sein 90. Lebensjahr.

Zur Welt kam Wolfgang Scholz am 14. Juni 1928 in Friedersdorf bei Zittau. Er hatte zwei Schwestern, sein Vater war Postbeamter, die Mutter arbeitete in einer Weberei. Als Wolfgang zehn Jahre alt war, zog die Familie nach Ostritz. Nach der Schule absolvierte er dort eine Bäckerlehre.

Scholz arbeitete jahrelang auf der Grube Adolf, dann in Baesweiler auf Carl-Alexander und bis zur Rente in Siersdorf auf Emil-Mayrisch. Foto: Renate Kolodzey

Seinen Arbeitsdienst leistete der Jubilar in Polen; als Soldat war er in Holland bei der Luftwaffe und als Fallschirmjäger eingesetzt. Mit 18 Jahren geriet er in englische Gefangenschaft in Hannover. Nach einem Jahr konnte er fliehen und war in Ostritz wieder als Bäcker tätig, später im Erzgebirge als Bergmann im Uranabbau. 1947 zog er nach Merkstein und arbeitete dort auf der Grube Adolf, dann in Baesweiler auf Carl-Alexander und bis zur Rente in Siersdorf auf Emil-Mayrisch.

In Merkstein verliebte sich Wolfgang Scholz in Klara Roefe aus Boscheln. Am 24. September 1948 heirateten beide und zogen nach Boscheln. Vier Jungen und sieben Mädchen krönten ihr Glück. Alle Kinder leben heute noch in Übach-Palenberg. Leider starb Klara vor 16 Jahren, und inzwischen sind 20 Enkel und 19 Urenkel die größte Freude des betagten Herrn. In dem Haus, das sich das Paar 1964 in Boscheln, Roermonder Straße 23A, baute, fühlt sich der 90-Jährige immer noch wohl, besonders, da Tochter Andrea direkt nebenan wohnt. „Bei ihr gehe ich immer essen!“, meint er augenzwinkernd. Ansonsten unterstützt ihn seine ganze Familie liebevoll, wenn er Hilfe braucht.

Leben ohne Hunde: unvorstellbar

Seit 40 Jahren ist der Jubilar im „Silikosebund“, seit 43 Jahren in der „ÜPKG“, davor war er bei den Boschelner „Löstige Jonge“. Bei beiden Karnevalsgesellschaften ist er mittlerweile Ehrenmitglied. Früher angelte er gerne, heute beobachtet er lieber die Kois in seinem Gartenteich. Auch besaß er eine Kanarienzucht mit 30 Vögeln und sammelte Teddys sowie Puppen. Immer liebte er vor allem Hunde: „Ich hatte insgesamt schon sechs Terrier — ohne Hund könnte ich nicht leben“, gibt er zu.

Seinen Ehrentag wird das „Geburtstagskind“ mit 60 Familienmitgliedern und Besuch von der Stadt feiern.

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