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Austausch: Elf britische Schüler zu Gast

Austausch : Elf britische Schüler zu Gast

Die Gäste von der Headlands-School Bridlington freuen sich über fehlende Kleiderordnung in Geilenkirchen. Der Brexit wird den Schüleraustausch zukünftig wahrscheinlich erschweren.

Bridlington liegt in North Yorkshire direkt an der Nordsee, schon ziemlich weit oben auf der britischen Insel. Von der dortigen Headlands-School, einer Gesamtschule mit 1500 Schülerinnen und Schülern, waren nun elf mit ihrem Deutschlehrer Mark Doyle eine knappe Woche zu Besuch in Geilenkirchen. Gastgeber war das Bischöfliche Gymnasium St. Ursula, das seit 2018 eine Partnerschaft mit der Headlands-School pflegt.

Im September waren Schüler von St. Ursula zu Besuch in Bridlington gewesen. Nun konnten die ersten Kontakte beim Gegenbesuch in Geilenkirchen verfestigt werden. Frank Hülden, Lehrer am Geilenkirchener Gymnasium, freute sich wie seine Schüler auf die gemeinsamen Ausflüge und Begegnungen. Untergebracht waren die britischen Gäste in einer Aachener Jugendherberge.

Neben dem Schulbesuch an St. Ursula lernten die Besucher das Geilenkirchener Umland kennen. Die Städte Köln und Aachen mit ihren Domen wurden besichtigt. In Köln stand das NS-Dokumentationszentrum EL-DE-Haus auf dem Besichtigungsprogramm. Einen ganzen Tag verbrachte die deutsch-englische Schülergruppe im niederländischen Freizeitpark Efteling. Bei den Stadtbesichtigungen blieb auch noch ausreichend Zeit zum Shoppen.

Das Wort Brexit kann Lehrer Mark Doyle kaum noch hören. „Der Brexit macht meinen Job nicht einfacher“, sagte Doyle. Als offene Schule pflege die Headlands-School den Austausch mit Schulen anderer Länder wie Deutschland und Frankreich, was sicherlich nach einem Brexit nicht einfacher werde. Seine Schüler, so Mark Doyle, würden beim Thema Brexit vor allem bedauern, dass da Ältere über ihre Zukunft bestimmen, da sie selber noch nicht wahlberechtigt sind.

Im Pädagogik-Unterricht an St. Ursula, an dem deutsche und englische Schüler teilnahmen, wurden auch die Schulsysteme beider Länder miteinander verglichen. Kreide und Tafel kennen die Engländer gar nicht mehr. Whiteboards sind dort der Stand der Dinge.  Es sei viel ruhiger hier, hatten die Engländer festgestellt. Die entspannte, offene Atmosphäre an St. Ursula wurde gelobt.

Und auch die Kleiderordnung ist etwas legerer in Deutschland. Mark Doyle trägt an seiner Schule Anzug und Krawatte, seine Schüler eine Schuluniform.

Jürgen Pallaske, Schulleiter an St. Ursula, hieß die englischen Gäste ebenfalls herzlich willkommen. Er konnte feststellen, dass er wohl der einzige seines Lehrerkollegiums ist, der der Kleiderordnung an englischen Schulen mit Anzug und Krawatte entsprach.

Gefördert wurde der deutsch-englische Schüleraustausch durch die UK-German Connection,  eine bilaterale Regierungsinitiative für Schulen und Jugendgruppen. Diese wurde im Jahr 2005 gegründet und wird von den Regierungen Deutschlands und des Vereinigten Königreiches, dem British Council und dem Pädagogischen Austauschdienst gefördert und geleitet. Frank Hülden hat festgestellt, dass die Fördertöpfe der UK-German Connection derzeit noch besser gefüllt werden, wohl auch um den Austausch über einen möglichen Brexit hinaus weiterhin zu gewährleisten.