Geilenkirchen: Eine Investition in die Zukunft der Jugendlichen

Geilenkirchen: Eine Investition in die Zukunft der Jugendlichen

Der Führerschein ist für die meisten Jugendlichen die erste große Investition in ihre Zukunft. Viele Arbeitgeber fordern schon in ihren Stellenausschreibungen einen Führerschein. Ohne eine gültige Fahrerlaubnis scheiden einige Bewerber schon vor dem Vorstellungsgespräch aus.

Das wird für die Jugendlichen vor allem dann ein Problem, wenn sie sowieso schon wenig Geld zur Verfügung haben. So ist es auch bei Jason (Name von der Redaktion geändert). Der 17-Jährige sagt: „Mein Vater ist ein einfacher Arbeiter und kann mich bei meinem Führerschein kaum unterstützen.“ Ähnlich ist es bei Rene. Der 18-Jährige ist, wie er selber sagt, in komplizierten Familienverhältnissen aufgewachsen und könne die Kosten für seinen Führerschein allein nicht aufbringen.

Solche Jugendlichen, die zudem durch besonderes Engagement und ehrenamtliche Arbeit im Jugendzentrum Zille positiv auffallen, sollen künftig Geld aus einem sogenannten Führerscheintopf bekommen, um ihren Führerschein machen und damit den Grundstein für eine berufliche Perspektive legen zu können. „Mir wird dadurch eine bessere Chance gegeben, in die spätere Berufswelt einzusteigen“, sagt Rene, der einer von insgesamt 70 bis 80 Jugendlichen ist, die regelmäßig in das Jugendzentrum kommen.

Wer diese Spendengelder für den Führerschein nutzen darf, legt Sibilla Maria Gärtner, Leiterin des Jugendzentrums Zille, mit ihrem Team fest. „Jugendliche, die wir mindestens seit drei Jahren kennen und die eine positive Zukunftsprognose haben, kommen dafür infrage“, sagt sie. Das Konzept funktioniere so, dass die Kinder abhängig davon, wie viel sie selbst schon angespart haben, einen bestimmten Betrag aus dem Führerscheintopf verwenden dürfen. Meist gehe es dabei nur um 300 oder 400 Euro.

So ist es auch im Fall eines Jungen, den Gärtner bald von dem Topf profitieren lassen will. 600 Euro hat er selbst schon zur Seite gelegt. Um seinen Führerschein zu Ende zu machen, fehlen ihm knapp 400 Euro. Wie hoch diese Summe im Einzelnen ist, wird von Fall zu Fall entschieden. Ebenso verhält es sich mit dem Zeitpunkt, ab wann die jungen Autofahrer den Betrag zinslos wieder zurückzahlen müssen, denn geschenkt bekommen sie das Geld nicht. „So wird dieser Topf nie aufgebraucht“, sagt Gärtner.

Gefahr der Verschuldung

Zu anderen Finanzierungsmodellen will sie ihren Schützlingen nicht raten, „weil sie sich sonst verschulden“. Deshalb machen viele Jugendliche momentan überhaupt keinen Führerschein oder bringen ihn aus finanziellen Gründen nicht zu Ende und haben damit deutlich schlechtere Chancen auf eine Ausbildung in ihrem Traumberuf.

Bisher befindet sich schon eine größere Summe in dem Topf. Ein kompletter Führerschein ließe sich davon jedoch noch nicht bezahlen. Daher suchen die Mitarbeiter des Jugendzentrums noch Menschen, die bereit sind, die Idee finanziell zu unterstützen. „Wir dürfen das Geld auch nicht zweckentfremden“, sagt Gärtner, so dass sichergestellt sei, dass das Geld auch bei den Jugendlichen zu diesem Zweck ankommt.

Wer spenden möchte, wendet sich direkt an die Mitarbeiter des Jugendzentrum Zille, Konrad-Adenauer-Straße 83, in Geilenkirchen. Weitere Informationen zu dem Spendentopf und zu den Angeboten des Jugendzentrums gibt Gärtner unter Telefon 0177/5179887.