Übach-Palenberg: Ein Stimmungsbogen von zart bis gewaltig

Übach-Palenberg: Ein Stimmungsbogen von zart bis gewaltig

Nicht erst am Schluss wartete auf die Besucher des Gastspiels vom Heeresmusikkorps Koblenz (HMK) am Dienstag im Pädagogischen Zentrum (PZ) das Beste. Ganz im Gegenteil: Die unter der Leitung von Oberstleutnant Alexandra Schütz-Knospe angetretenen Damen und Herren vom Heer boten vom Start an beste musikalische Unterhaltung.

Und auch, wenn die meisten Gäste bei der Programmgestaltung natürlich Marschmusik im Hinterkopf hatten, ging es für die Leiterin dieses Mal in eine andere Hauptrichtung: „Wir haben uns heute dem Thema Jagd gewidmet“, sagte sie zu Beginn eines knapp dreistündigen musikalischen Gastspiels der Extraklasse.

Charmante Programmbegleiterin und perfekte Dirigentin in Personalunion: Oberstleutnant Alexandra Schütz-Knospe führte Regie beim einmaligen Konzertabend. Foto: Markus Bienwald

Schon der Opener „Die Schwarzen Jäger“ von Eduard Partsch in einer Bearbeitung von Schmidt/Deisenroth zeigte die Richtung an. Langsam, beinahe getupft gestartet, entwickelte das hervorragend aufeinander eingestimmte Orchester dabei genau die Opulenz, den Schmelz und die Größe, die man landläufig von so einem Ensemble mit Profis erwartet.

Reise durch die Oper

Von zart bis gewaltig zog sich der Stimmungsbogen auch beim „Freischütz“ von Carl Maria von Weber. Hier durften sich die Besucher klanglich auf eine Reise durch die Oper begeben, die im frühmorgendlichen Wald begann und beim alles entscheidenden Schuss endete.

Märsche gab es natürlich auch, doch die Profimusiker von der Bundeswehr schafften es durch überragendes Spiel, Spaß an der Musik und der Interaktion und echter Hingabe, die 500 Gäste im ausverkauften PZ zu stehenden Ovationen hinzureißen. „Der Saal hat gerockt“, gestand eine sichtlich begeisterte Martina Waliczek vom Kulturbüro nach dem Konzert.

„Operation Perfekte Unterhaltung“ dürfte diesmal im internen Papier des HMK über dem Konzert im PZ gestanden haben. Denn die uniformierten Musik-Profis überzeugten mit ihrer wirklich unerwartet gigantischen musikalischen Bandbreite auf ganzer Linie. Mit dem „Jäger aus Kurpfalz“ aus der Feder von Johann Rode gelang ein echter Ohrwurm und ein Leckerbissen für Freunde des Flügelhorns. Wer dachte, nach der Pause würde dem strahlenden musikalischen Stern, der an diesem Abend im PZ aufging, noch die Korona aufgesetzt, lag absolut nicht falsch.

Fantastisch locker und leicht fügten sich beispielsweise „Man in the Ice“ in das Programm ein. Spanisches Feuer wurde bei „El Toro Loco“ entfacht, das „Waidmannsheil“ klang sicherlich noch bis in die Dunkelheit des Abends hinaus. Und dass die Musiker sich auch im Filmgenre bestens auskennen, zeigte eine gelungene Auswahl von Melodien aus der Filmreihe „Indiana Jones“.

Eine Hommage an den früheren Leiter des HMK war da zum offiziellen Programmende natürlich auch noch drin. Denn „The Race“, das mit dem Schweizer Elektronik-Duo „Yello“ als Evergreen immer wieder gerne durch die Ohren rauscht, ließ das Ensemble in einer Bearbeitung von Robert Kuckertz hören, der das HMK früher leitete. Und weil bekanntermaßen nach dem Ende lange noch nicht Schluss ist, gab es noch zwei brillante Zugaben: „Auf der Jagd“ von Johann Strauß und der knackige „Radetzky-Marsch“, der nicht nur die ebenfalls anwesenden, hochrangigen Militärvertreter verzückte.