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Geilenkirchen: Ein Land mit „edler Vielfalt”

Geilenkirchen : Ein Land mit „edler Vielfalt”

Dass Österreich nicht nur das Land von „Mozart-Kugeln, Kaiserschmarren und Salzburger Nockerl” ist, erfuhren rund 100 Besucher der Auftaktveranstaltung „Geilenkirchen blickt auf Europa: 2004 Österreich”.

In diesem Jahr steht mit der Alpenrepublik der Deutschen beliebtestes Urlaubsland im Focus der viel beachteten Länderpräsentation des Stadtverbandes Geilenkirchen der Europa-Union in Zusammenarbeit mit der Stadt Geilenkirchen und dem Kulturarbeitskreis.

Die Schirmherrschaft hat Dr. Christian Prosl, Botschafter der Republik Österreich in Deutschland, übernommen, dessen Gesandte Dr. Senta Wessely-Steiner am Samstag als Hauptrednerin im Haus Basten Deutschlands Nachbarnation vorstellte.

Die Veranstaltung wurde musikalisch untermalt vom „Sunnblickler Ensemble” aus Offenbach, das mit typisch österreichischer Geigenmusik schwungvoll im Dreiviertel-Takt zu den Rednern überleitete.

Bürgermeister Franz Beemelmanns erwies sich als Fachmann für Österreich-Fragen, konnte er doch vermelden, dass die flächenmäßige Ausdehnung Geilenkirchens mit seinen 84 Quadratkilometern in Relation 1:1000 zu Österreich mit seinen 84000 Quadratmetern steht.

„Wegen seiner kulturellen Vergangenheit ist Österreich weltweit geschätzt. Die Kultur reicht von grandiosen Baudenkmälern einer Jahrtausende alten Geschichte über die Bildende Kunst bis zu Theatern, Konzerten, Festivals und Brauchtum. Zudem wirken weltberühmte Chöre und Orchester als Botschafter des Landes”, lobte Beemelmanns die Republik.

Im Rahmen der Österreich-Präsentation seien Stadt und Europa-Union bemüht, der Bevölkerung Geilenkirchens und der Region mit 14 Einzelveranstaltungen die Vielfalt des Nachbarlandes näher zu bringen.

Die Leiterin der Außenstelle der Österreichischen Botschaft in Bonn, Dr. Senta Wessely-Steiner, brachte in zwei Vorträgen ihr Heimatland dem Auditorium näher.

„Vertrauen und Verbindung kann nur durch gegenseitiges Kennenlernen und Verständnis gewonnen werden”, sagte Wessely-Steiner mit Blick auf das erweiterte Europa.

„Die Deutschen kennen Österreich besser als die Österreicher Deutschland”, gestand die Gesandte ein. Dies läge nicht zuletzt in dem Trend nach südlichen Urlaubszielen.

Österreich vor dem EU-Beitritt, die wirtschaftlichen Veränderungen seit dem Beitritt und zu Deutschland im Besonderen sowie die Vorteile Österreichs aus der EU-Erweiterung standen im Mittelpunkt ihres zweiten Referats.

Dabei kam zum Ausdruck, dass Österreich von der Erweiterung profitiert und von einer Randlage in das europäische Zentrum gerückt ist, wobei die vertraglich geregelte immerwährende Neutralität des Landes auf dem langwierigen Weg zu einem vereinigten Europa nicht als Vorteil, sondern eher als ein Hindernis anzusehen war.

Wessely-Steiner: „Es hat sich aber gezeigt, das der Beitritt Österreichs zur Europäischen Gemeinschaft im Jahre 1995 die richtige Entscheidung war”.

Österreich habe eine 1257 Kilometer lange Grenze zu den Nachbarländern, weswegen neue Beitrittsländer wie Slowenien, Ungarn oder die Tschechische Republik immer mehr an Bedeutung gewännen.

„Erweisen Sie unserem Partnerland Österreich Ihre Referenz”, appellierte der Vorsitzende des Stadtverbandes Geilenkirchen der Europa-Union, Professor Dr. Gerd Wassenberg, an die Anwesenden und charakterisierte Kultur und Gesellschaft der Alpenrepublik mit einem Zitat aus der Kunstgeschichte als „edle Vielfalt und stille Größe”.

Wassenberg verdeutlichte die ganz zentrale Rolle Österreichs in Europa mit Zahlen und Fakten. „Der Handel des mit über acht Millionen Einwohnern relativ kleinen Landes mit den neuen EU-Ländern macht innerhalb Europas schon acht Prozent aus”.

Der Europa-Union-Vorsitzende zeigte auf, wie innovativ die Geilenkirchener Gastronomie sich auf die aktuelle Länderpräsentation eingestellt hat: Auf der Speisekarte stehen neben Wiener Schnitzel und Tafelspitz auch Kaiserschöberlsuppe, Kesselgulasch, Tiroler Berglammrücken und vieles mehr aus der Alpenrepublik.