Übach-Palenberg: Ein knackiges Fest mit saftigen Äpfeln

Übach-Palenberg: Ein knackiges Fest mit saftigen Äpfeln

Mit Premieren ist es immer so eine Sache: Entweder es kommt keiner, es wird brechend voll, oder das Wetter passt nicht. Über mangelnden Besuch durften sich die Organisatoren des ersten Apfelfestes in Übach-Palenberg am Tag der Deutschen Einheit aber nicht beklagen.

„Wir sind rundum zufrieden, es macht richtig Spaß heute“, meinte Marion Dalmisch vom Städtischen Jugendzentrum im Mehrgenerationenhaus (MGH), die mit einem großen Team das Fest auf dem Gelände des Abenteuerspielplatzes am Bucksberg in Übach vorbereitet hatte. „Hier ist nicht nur genügend Platz vorhanden, wir können auch alles naturnah zeigen“, so Dalmisch weiter.

Sie freute sich über die Zusammenarbeit von MGH-Team und der Nabu-Ortsgruppe Geilenkirchen/Übach-Palenberg, die das Fest erst möglich machte. Unter den Damen und Herren mit den leuchtend blauen Nabu-Shirts war selbstredend auch Hubert Schippers. Er ist ein ausgemachter Kenner der heimischen Natur und ist wie kein Zweiter geeignet, den Menschen die Bedeutung der Natur näherzubringen.

„Weiß denn einer von Euch, was eigentlich der Begriff Streuobst bedeutet?“, fragte Schippers so in eine Runde von Besuchern, die er mit auf eine kleine Tour in die direkte Umgebung des malerisch gelegenen Abenteuerspielplatzes mitnahm. Bei dieser kleinen Tour, die vom herrlichen Herbstwetter am Samstag malerisch unterlegt wurde, erfuhren die jungen und die junggebliebenen Gäste von der kulturellen, sozialen, landschaftsprägenden und ökologischen Bedeutung dieser Wiesen. „Und sie haben natürlich auch etwas mit Äpfeln zu tun“, so Marion Dalmisch.

Denn das Apfelfest war nicht vom Himmel gefallen, sondern wurde vom Organisationsteam akribisch vorbereitet. „Wir haben zum Beispiel auch Äpfel gesammelt“, erzählte Marion Dalmisch am Rande. Mehr als eine halbe Tonne des saftigen Obstes in verschiedensten Ausformungen kam so zusammen. „Damit hatten wir wirklich nicht gerechnet“, unterstrich Dalmisch.

So gab es auch für diejenigen, die keine eigenen Äpfel zum Pressen mitgebracht hatten, genügend Material, um frischen und haltbaren Apfelsaft mitnehmen zu können. Den Mund zu voll nehmen durften die Gäste ruhig beim „Apfeltauchen“, bei dem es darum ging, aus einem Bottich mit Wasser wunderschöne, aber auf der Wasseroberfläche durchaus mit spannendem Eigenleben versehene Äpfel nur mit dem Mund herauszufischen.

Wer sich genügend verausgabt hatte, labte sich gleich noch an der Caféteria an frisch gebackenen Apfelpfannkuchen. Und wer danach wieder Energie übrig hatte, konnte sich beim Imker-Infostand über den Zusammenhang zwischen den fleißigen Bienen und der Apfelblüte aufklären lassen. Fledermauskästen wurden auch gebaut, und als der stellvertretende Bürgermeister Peter Fröschen noch vorbeischaute, wurde als Erinnerung an das erste, sehr gelungene Apfelfest gleich noch ein Apfelbaum gepflanzt. „Ein Seidenhemdchen, man lernt nie aus“, so Fröschen nach der kleinen Pflanzaktion.

Damit wurde eine uralte Sorte wieder auf die nahe Streuobstwiese am Abenteuerspielplatz gebracht, die dann in ein paar Jahren, wenn das Apfelfest längst zur schönen Tradition geworden ist, reiche Früchte tragen darf.