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„Orange the World“: Ein helles Zeichen der Hoffnung, ein Statement gegen Gewalt

„Orange the World“ : Ein helles Zeichen der Hoffnung, ein Statement gegen Gewalt

Der ein oder andere mag die orange angestrahlten Gebäude als eine neue Form der Weihnachtsbeleuchtung empfunden haben. Doch leider ist der Hintergrund dieser Beleuchtungsaktion ein ganz anderer: Es geht um Gewalt gegen Frauen.

Vor dem Haus Basten in Geilenkirchen, das sehr hübsch bei Einbruch der Dunkelheit in Orange getaucht erstrahlte, klärten die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Geilenkirchen, Monika Savelsberg, und ihre Stellvertreterin Lydia Walber die Passanten auf.

„Orange the World“ heißt die internationale Kampagne, der sich in diesem Jahr zum ersten Mal die Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Heinsberg angeschlossen hatten, um auf den internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen aufmerksam zu machen.

Die Signalfarbe Orange beleuchtete von 17 bis 22 Uhr in Erkelenz das Altes Rathaus, in Gangelt das Heinsberger Tor, das Bruchtor und die historische Stadtmauer, in Geilenkirchen das Haus Basten, in Heinsberg das Museum Begas-Haus, in Hückelhoven das Alte Rathaus, in Übach-Palenberg den Rathausplatz und den Wasserturm sowie in Wassenberg das Roßtor und in Wegberg das Rathaus.

In Geilenkirchen fand sich auch die einzige Bürgermeisterin im Kreisgebiet, Daniela Ritzerfeld, am Infostand ein. Monika Savelsberg erklärte, dass wegen der Coronavirus-Pandemie, das Begleitprogramm zur Aktion leider ausfallen musste.

 Das Alte Rathaus in Erkelenz trägt eine Nacht lang Orange, als Zeichen gegen Gewalt. Wer mochte, konnte Flyer mitnehmen, die Gleichstellungsbeauftragte Elke Bodewein und Bürgermeister Stephan Muckel bereit gelegt hatten.
Das Alte Rathaus in Erkelenz trägt eine Nacht lang Orange, als Zeichen gegen Gewalt. Wer mochte, konnte Flyer mitnehmen, die Gleichstellungsbeauftragte Elke Bodewein und Bürgermeister Stephan Muckel bereit gelegt hatten. Foto: Günter Passage

Doch zumindest auf Distanz kam man mit interessierten Bürgern ins Gespräch. Auf den Stehtischen hatten die Veranstalter Infomaterial ausgelegt, das die Problematik der Gewalt gegen Frauen darstellte und auf Hilfen hinwies.

Monika Savelsberg: „Gerade während der Corona-Pandemie hat die Gewalt gegen Frauen und Mädchen weiter zugenommen.“ Bürgermeisterin Daniela Ritzerfeld verwies darauf, dass eine solche Aktion auch schon deshalb begrüßenswert sei, da auf diesem Weg das Thema ins Gespräch käme, etwa am Frühstückstisch mit den eigenen Kindern.

 In Wegberg begleiteten Bürgermeister Michael Stock und die Gleichstellungsbeauftragte Sonja Opwis die Aktion „Orange the World“ vor dem Rathaus. Foto: Stadt Wegberg
In Wegberg begleiteten Bürgermeister Michael Stock und die Gleichstellungsbeauftragte Sonja Opwis die Aktion „Orange the World“ vor dem Rathaus. Foto: Stadt Wegberg

Schon auf diesem Weg könne man als Eltern den Kindern deutlich machen, dass Gewalt in einer Beziehung nicht akzeptabel sei. Sicherlich sei die Scham bei Betroffenen groß, so dass diese nicht leicht zu erreichen seien. Ritzerfeld nannte die seit Oktober erweiterte Frauenberatungsstelle des Kreises Heinsberg, die als Anlaufstelle allen Ratsuchenden offen stehe.

Monika Savelsberg erläuterte, dass von häuslicher Gewalt Frauen aus allen Schichten der Gesellschaft betroffen seien. Jeden zweiten oder dritten Tag werde in Deutschland eine Frau durch ihren Partner getötet; dies sei jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Laut kriminalstatistischer Auswertung seien 2019 mehr als 141.000 Opfer von Partnerschaftsgewalt festgestellt worden, davon seien 81 Prozent Frauen gewesen.

 Alle Scheinwerfer orange, so erstrahlte das Alte Rathaus in Hückelhoven Ratheim in der Dunkelheit als ein Zeichen der Hoffnung gegen Gewalt.
Alle Scheinwerfer orange, so erstrahlte das Alte Rathaus in Hückelhoven Ratheim in der Dunkelheit als ein Zeichen der Hoffnung gegen Gewalt. Foto: Anna Petra Thomas

Mit den orange leuchtenden Gebäude wolle man Licht in die Dunkelheit von Gewalt bringen, das Thema in die Städte und ins Bewusstsein der Menschen bringen, Mut machen, aufzustehen und sich zu wehren.

Es sei ein gesellschaftspolitisches Thema, nicht wegzusehen und sich gegen Gewalt an Frauen und Mädchen zu positionieren. Es gehe nicht an, dass es als normal angesehen werde, dass Frauen und Mädchen sich bestimmte Sprüche gefallen lassen müssen oder angefasst werden nach dem Motto, die soll sich nicht so anstellen.

 Auch das Rosstor in Wassenberg leuchtet orange zum Internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen.
Auch das Rosstor in Wassenberg leuchtet orange zum Internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen. Foto: Anna Petra Thomas