Geilenkirchen: Ehrenamtspreis: Als sein Name fällt, ist Karl-Heinz Nieren perplex

Geilenkirchen: Ehrenamtspreis: Als sein Name fällt, ist Karl-Heinz Nieren perplex

Bis zuletzt war es spannend, wer am Samstagnachmittag den ersten „Rolf“, den Ehrenamtspreis der Geilenkirchener SPD erhalten würde. Erst um kurz nach 17 Uhr lüftete der stellvertretende Unterbezirksvorsitzender Ralf Derichs das Geheimnis und kürte im Namen der Jury Karl-Heinz Nieren zum Preisträger.

Der war zunächst ein wenig perplex, wie er vor den gut 50 Gästen im Saal Werden-Pongs in Immendorf zugab. „Es gibt viele in Geilenkirchen, die so etwas verdient hätten“, sagte Nieren. Aber natürlich freute er sich, diesen mit 500 Euro, der Rolf-Figur und einer Reise nach Berlin dotierten Preis, der künftig immer am Tag des Ehrenamtes vergeben werden soll, in Empfang zu nehmen. Warum er ihn erhielt, das erklärte Derichs, der für den als Laudator vorgesehenen erkrankten Bundestagsabgeordneten Norbert Spinrath eingesprungen war. Die Sozialdemokraten wollen Nierens „soziales Engagement in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens“ würdigen, erklärte Derichs.

Von 1991 bis zum Jahr 2010 war Nieren gemeinsam mit Heinz Plum die treibende Kraft des „Hilfskreis Rumänien“. Hilfsgüter aller Art wurden gesammelt und mit Sattelschleppern, die aneinandergereiht mehr als zweieinhalb Kilometer lang wären, dort hingebracht. Der Namensgeber des von Willi Arlt als Skulptur künstlerisch umgesetzten Preises, das Geilenkirchener SPD-Urgestein Rolf Justen, war dort auch sehr aktiv. Ausgesprochen engagiert war und ist Karl-Heinz Nieren auch in der Aufarbeitung der Geschichte jüdischer Bürger in Geilenkirchen.

So ist Nieren als früherer Lehrer an der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule auch an der Recherche nach ehemaligen Familien und deren Verbleib im Rahmen der „Stolpersteine“ als Erinnerung tätig. Ein weiteres Projekt zeigt die Heimatliebe Nierens, denn er war Motor der Reihe „Geilenkirchen erfahren“, die in Radtouren Sehenswertes und Geschichte in und um die Stadt miteinander verbanden.

Kein Wunder also, dass Nieren auch Lob für die Aufarbeitung jüdischer Geschichte dabei hatte. „Geilenkirchen ist in der Welt bekannt und gelobt dafür, und wir haben das Lob auch verdient“, schloss Nieren. Das Preisgeld stiftet der erste Rolf-Preisträger an die sächsischen Israel-Freunde. Dieser 1998 gegründete Verein bietet seit 2004 Handwerkerdienste für die rund 200.000 in Israel lebenden Überlebenden des Holocaust an. „Ein Drittel von ihnen leben unterhalb der Armutsgrenze“, betonte Nieren. Die Handwerker aus Deutschland reisen komplett auf eigene Kosten dorthin, um diesen Menschen zu helfen.

(mabie)