Mönchengladbach/Wegberg/Erkelenz: Drogen und Gewalt: Ex-Türsteher verurteilt

Mönchengladbach/Wegberg/Erkelenz: Drogen und Gewalt: Ex-Türsteher verurteilt

Er war krankhaft aggressiv und meistens vollgepumpt mit Drogen. So kam eine lange Liste an Vorwürfen gegen Michael K. zusammen: Mehrere gefährliche und vorsätzliche Körperverletzungen, Freiheitsberaubung, Nötigung, ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr, Fahrerflucht und der Kauf von Betäubungsmitteln standen in der Anklageschrift.

Das Landgericht Mönchengladbach hat ihn jetzt verurteilt und musste dabei gleich zwei Urteile sprechen. Eines beeinhaltet zwei Fälle von gefährlicher Körperverletzung und einen von vorsätzlicher Körperverletzung, die aus seiner Zeit als Türsteher in einer Erkelenzer Diskothek stammten.

Dazu kommt noch der Abend, an dem er Streit mit seiner Ex-Freundin hatte. Er hatte die Trennung nicht akzeptieren wollen und sie in sein Auto gesperrt, um mit ihr zu reden und sie dabei auch zu bedrohen. Als ein zufällig vorbeikommender Mann sich einmischte und sich dem anfahrenden Wagen in den Weg stellte, fuhr er ihn an und lud ihn buchstäblich auf die Motorhaube. Nur durch Glück konnte sich der Mann nach etwa 30 Metern abrollen.

K. hat im Prozess die Vorwürfe nicht bestritten, er könne sich nur nicht mehr erinnern an das, was vorgefallen war. In Gesprächen mit seinen Opfern habe er sich entschuldigt, hatte er vor Gericht erklärt. Für diese Taten gab es — unter Einbeziehung von zwei noch offenen Strafbefehlen — eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und acht Monaten.

Ein eigenes Urteil erhielt er dafür, dass man ihn im Frühjahr 2012 in Wegberg dabei erwischt hatte, dass er Betäubungsmittel gekauft hatte. Er, der eigentlich zu diesem Zeitpunkt schon dabei gewesen war, von den Drogen loszukommen, hatte das mit dem plötzlichen Tod seines Bruders erklärt. Dafür erhielt er eine Bewährungsstrafe von drei Monaten.

Dass die Urteile so glimpflich ausfielen, hat er einer sehr günstigen Sozialprognose zu verdanken. Ein Gutachter hatte ihm bescheinigt, dass er bei den ersten Taten vermindert schuldfähig gewesen sei, dass seine instabile Persönlichkeit und sein Drogenkonsum ihn in seiner Urteilsfähigkeit eingeschränkt hatten.

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