Geilenkirchen: „Diese Handschrift wird bleiben“: Hedi Quasten in Ruhestand verabschiedet

Geilenkirchen: „Diese Handschrift wird bleiben“: Hedi Quasten in Ruhestand verabschiedet

„Guten Morgen, Anita-Lichtenstein Gesamtschule, Quasten.“ Diese Worte waren in den vergangenen Jahrzehnten seit Bestehen der Geilenkirchener Gesamtschule die gewohnte Begrüßung für alle Anrufer, die ein Anliegen ins Sekretariat der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule geführt hatte.

Hedi Quasten verstand es stets, ihre Schule so zu repräsentieren, dass man sich willkommen fühlte. Jetzt wurde sie mit einer großen Überraschungsabschiedsfeier der Schulgemeinschaft in den Ruhestand verabschiedet.

Schüler der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule überreichten ihrer Schulsekretärin Hedi Quasten zur Verabschiedung in den Ruhestand Rosen. Foto: defi

„Liebe Hedi, Du hast diese Schule und das Miteinander in dieser Schule entscheidend mitgeprägt. Diese Handschrift wird bleiben, wird uns alle immer wieder an unsere Gründungssekretärin erinnern“, sagte Hedi Quastens Chef, Gesamtschulleiter Uwe Böken, in seiner Laudatio. Ob Hedi Quasten nun wirklich nichts spitz bekommen hatte von der Feier in der Aula ihrer Schule? Man weiß es nicht, schließlich saß sie ja seit dem 1. Juni 1991, seit Gründung der Geilenkirchener Gesamtschule, in der Informationszentrale, in der alle Strippen, die mit der Schule in Verbindung stehen, zusammen laufen.

Schulleiter Uwe Böken und Bürgermeister Georg Schmitz holten Hedi Quasten an ihrem Arbeitsplatz ab und führten sie in die voll besetzte Aula. Die Rührung über diesen grandiosen Abschiedsempfang war Hedi Quasten deutlich anzumerken.

Während der Schulchor unter der Leitung von Maria Slagboom eine Kostprobe seines Könnens mit dem Lied „Abschied heißt, was Neues kommt“ gab, konnte Hedi Quasten ein wenig nach Fassung ringen. Umgeben von Schülern, Lehrerkollegium und den übrigen Mitarbeitern der Schule hatte Hedi Quasten flankiert von Uwe Böken und Bürgermeister Georg Schmitz auf einer kleinen Bühne in der Mitte der Aula Platz genommen. Uwe Böken ließ den beruflichen Werdegang seiner langjährigen Mitarbeiterin Revue passieren.

Als Hedwig Robertz hatte sie im damals noch niederländischen Süsterseel das Licht der Welt erblickt. Nach ihrer Schulzeit hatte sie eine Ausbildung zur Bürogehilfin absolviert. Am 20. Januar 1975 war sie als Schulsekretärin durch die Stadt Geilenkirchen für die Gemeinschaftshauptschule Geilenkirchen, die Katholische Grundschule Süggerath-Würm und die Katholische Grundschule Beeck eingestellt worden. Als im Sommer 1991 eine Gesamtschule in Geilenkirchen ihren Betrieb aufnahm, war die inzwischen verheirate Hedi Quasten an diese Schule versetzt worden.

Schulleiter Uwe Böken verlas auch einen Brief, den er von der Schulaufsichtsbeamtin Cornelia Ossendorf erhalten hatte. Darin heißt es: „Egal wann man Frau Quasten oder eine andere Person aus dem Sekretariat Ihrer Schule am Telefon hat, man spürt eine enorme Freundlichkeit. Nie habe ich es erlebt — und es gab sicherlich auch an der Gesamtschule in Geilenkirchen angespannte Situationen -, dass Ungeduld oder Hektik im Gespräch entstand oder vorherrschte. Für diese tolle Arbeit möchte ich mich bei Frau Quasten und auch den anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Sekretariat Ihrer Schule bedanken.“

Mit dem von Lehrer Jan Maurer vorgetragenen Lied „Ich bringe einen Koffer nach Berlin“ wurde das Abschiedspräsent der Schulgemeinschaft an Hedi Quasten und ihren Mann Winand Gerd „enthüllt“, eine viertägige Reise nach Berlin. Ein wenig wehmütig meinte Hedi Quasten in ihrer Dankesrede: „Jetzt ist es soweit, 43 Arbeitsjahre nähern sich dem Ende.“

(defi)