Gangelt: Die Uniform des Musikvereins St. Hubertus hat ausgedient

Gangelt: Die Uniform des Musikvereins St. Hubertus hat ausgedient

„Da kann man einfach nur Danke sagen!“ Jürgen Hensch, der Vorsitzende des Gangelter Musikvereins „ St. Hubertus, zeigt sich hoch zufrieden über das vorläufige Ergebnis der Haussammlung, deren Erlös der Anschaffung neuer Uniformen zu Gute kommt.

Nun gehört der Musikverein des alten Burgstädtchens ja schon seit seiner Gründung vor über 90 Jahren zu den tragen Säulen des Ortes. Ob Konzerte, Aufzüge, Volkstrauertag, Palmsonntag, Kinderkommunion und vieles andere mehr — keine Feste ohne die Hubertusmusiker. Und trotzdem gab es wohl bei fast allen der rund 50 Vereinsmitglieder leichte Bauchschmerzen bei dem Gedanken, von Türe zu Türe zu laufen und um einen Beitrag zur Anschaffung der Uniformen zu bitten. „Diese Bauchschmerzen haben die Leute uns aber ganz schnell genommen“, zeigt sich Jürgen Hensch immer noch begeistert von der grundsätzlich positiven Resonanz.

Die trägt den Verein seit seinen Anfängen. Am 3. November 1926, dem Hubertustag, trafen sich in Gangelt zehn junge Männer auf Betreiben des sehr einsatzfreudigen (so wird er in den Annalen des Vereins beschrieben) Schuhmachermeisters Wilhelm Wirtz, um eine Musikkapelle zu gründen. Mit Begeisterung wurde beraten, wie die Ausbildung vonstatten gehen und wie die notwendigen Instrumente beschafft und finanziert werden sollten.

Auch damals war es die Bevölkerung, die dem neuen Verein auf die Sprünge half. Von dem damals gesammelten Geld wurden gebrauchte Instrumente angeschafft, und der junge Verein nahm den holprigen Weg in die Zukunft auf. In den 1950er Jahren schloss sich der Verein der Feuerwehr an und bekam damit die ersten Uniformen. Gut 20 Jahre später konnten dann, ebenfalls unterstützt von einer Haussammlung, die ersten eigenen Uniformen angeschafft werden.

So war es auch vor 25 Jahren wieder, als das heute aktuelle Gewand angeschafft wurde. Zusätzlich nahm der Verein bei der Sparkasse einen Kredit auf. „Anders war das zu dieser Zeit nicht zu finanzieren“, erinnert sich der Ehrenvorsitzende Hans-Jakob Rademacher, der 1955 dem Musikverein beitrat, 42 Jahre lang Vorsitzender war und die Verantwortung in der Kredit-Zeit trug. 450 D-Mark hatte man für jede der 40 neuen Uniformen ausgegeben.

Der Musikverein erlebte im Laufe seiner langen Geschichte immer wieder Höhen und Tiefen — speziell was die Zahl der Mitglieder anging. Im Jahre 2015 gab es nur noch 27 Musiker — eine existenzgefährdend geringe Anzahl. Jürgen Hensch, der in dem Jahr den Vorsitz übernahm, erinnert sich ans „Klinkenputzen“ bei ehemaligen Mitstreitern und vor allem bei Kindern und Jugendlichen.

Heute ist der Verein 50 Mitglieder stark, den Unterbau an Kindern und Jugendlichen kann man solide nennen. Solide ist auch die Finanzierung des Uniform-Projektes. Jürgen Hensch will zwar partout keine konkrete Zahl nennen, gibt aber dem mathematikgewandten Leser folgende Aufgabe: „Wir rechnen mit Kosten von 25 000 bis 30 000 Euro; davon haben wir fast 80 Prozent zusammen!“

Maßgeblichen Anteil an dem Gesamterfolg hat auch die Volksbank. Die hat über ihre Crowdfunding-Plattform fünf Euro zu jeder Spende, die hier eingezahlt wurde, zugeschossen. „Es stehen auch noch Spenden von einigen Firmen und Institutionen aus“, verrät Hensch. Und gibt weitere Einblicke: „In der Arbeitsgruppe Uniform geht es so lange sehr ruhig zu, wie es um Schnitt und Ausstattung geht. Das ändert sich, wenn die Farbe ins Spiel kommt!“

Die neuen Uniformen sollen zur Pfingstkirmes präsentiert werden.

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