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Geilenkirchen: Die Musik schlägt den Fußball

Geilenkirchen : Die Musik schlägt den Fußball

„Dankeschön, dass so viele trotz Fußballfiebers gekommen sind. Schweiz gegen England steht 0:1”, begrüßte Oberstudiendirektor Matthias Küsters, Schulleiter des Bischöflichen Gymnasiums St. Ursula die musikbegeisterten Gäste in der vollen Turnhalle.

VOC und Big Band präsentierten ihr Sommerkonzert, wie immer mit toller Besetzung und fantastischem Repertoire. Der Vokalpraktische Kurs unter Leitung von Brigitte Reymer stand diesmal ganz im Zeichen von Gospels aus „HE” und Spirituals.

„Lord have mercy” bat mit glasklarer Sopranstimme Annemarie Delahaye im ersten Solo, begleitet von einem mehr als hundertköpfigen hervorragenden Chor. Als zweiter Solo-Sopran setzte Gianna Bodden mit ihrer engelsgleichen Stimme Glanzlichter und erntete frenetischen Applaus für das „Who takes away the sins of the world.”

Rhythmische Songs

Sehr schön war auch die Instrumentalbegleitung des VOC durch Maria Schmitz (Alt-Saxophon), Thomas Preuth (Schlagzeug), Christoph Jansen (E-Bass) und Thomas Gottschalk am Piano. Gelungen der Wechsel von ungewöhnlich rhythmischen Songs wie „For thou alone art Holy One” und dem ruhigen „I believe in one God”, dann Gänsehaut bei Gianna Boddens „Give us peace”.

Der Chor behält trotz wechselnder Zusammensetzung seine Spitzenqualität. Das Publikum bedankte sich mit begeistertem Applaus. Das „Erholungsgeschenk” der VOC-Sänger und -Sängerinnen für Brigitte Reymer hatte diese redlich verdient.

Mit Blitz und Donner begann akustisch ein Gewitter im Lautsprecher der Big Band. Unter Leitung von Leo Jansen startete das rund 70-köpfige Orchester sein Programm mit „Raining Men”. Trompeten und Posaunen rissen die Zuhörer buchstäblich von den Stühlen.

Seit neun Jahren leitet Leo Jansen nun schon dieses Aushängeschild von St. Ursula und brachte es mit Spitzenleistungen zu Bekanntheit, weit über Geilenkirchens Grenzen hinaus. „Wir schließen uns den Spirituals und Gospels mit Swing, Blues und klassischer Jazzmusik an”, begrüßte der Bandleader seine Fans und brachte die Wände der Turnhalle zum Vibrieren. Mit „Ja Da” glänzte das erste Trompeten-Solo, und Schlagzeuger Markus Gottschalk setzte noch eins drauf.

Bei „Cho Cho Cho Boogie” dominierten die Saxophone, denen Posaunen und Trompeten Parolie boten. Spitze das Klavier-Solo. Mit diesem Konzept verscheuchte die Big Band auch den letzten Rest von Frühjahrsmüdigkeit. Viele hervorragende Solisten präsentierten ihr Können, wobei die Mädchen mit ihren Saxophonen besonders glänzten.

Temperamentvoll und schmissig war das „Gonna let it shine”, klassich der Beatle-Hit „A hard day´s night” und ruhig „One moment in time”, ein Stück, das als Abi-Song der Schule bekannt wurde.

Ein Star in der Big Band ist Andreas Rademachers. „I feel good” sang er mit tiefer Satchmo-Bassstimme und begeisterte wieder die Zuhörer in der Halle, die ihn im vergangenen Jahr als „Gigolo” in Erinnerung hatten. Heiß zu ging es bei „Hot, Hot, Hot”, bei dem Leo Jansen im Baströckchen, über der Anzughose versteht sich, und mit Blütenkranz Hawaiiträume verwirklichte.

Schlagzeug-Solo

Ein tolles Schlagzeug-Solo von Markus Gottschalk, Rumbarasseln und E-Gitarre, Disco-Rhythmen und ein Medley aus den Siebzigern und Achtzigern brachten die Stimmung auf den Höhepunkt. Die Big Band-Musiker wollen Leo Jansen moderner machen. Also erhielt er, der immer noch Cassetten abspielt, einen MP 3 -Player als Geschenk.

Eine entzückende Idee war die Zugabe für Naschkater Leo: der Haribo-Gummibärchen-Automat. Eine tolle Überraschung hatten sich die Musiker zum Schluss aufgespart. Thomas Gottschalk dirigierte Leo Jansens Lieblingsstück „In the mood”.

Die Begeisterung kannte keine Grenzen - sowohl bei Bandleader als auch beim Publikum. Standing ovations für diese fantastische Leistung.