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Geilenkirchen: Die Märchen der Social Media-Welt im Stück „Schneewittchen 2.0“

Geilenkirchen : Die Märchen der Social Media-Welt im Stück „Schneewittchen 2.0“

Seit den Herbstferien des vergangenen Jahres probt der Literaturkurs der 12. Jahrgangsstufe der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule Geilenkirchen für die Aufführung der Komödie „Schneewittchen 2.0“. Derzeit laufen die letzten Proben auf der Bühne in der Aula der Schule.

Lehrerin Sarah Heise hat die Oberaufsicht, ansonsten gestalten die Schülerinnen und Schüler sehr selbstbewusst und frei, welche Gestalt sie dem Stück geben wollen. Nur wenn der berühmte, der vergiftete Apfel einfach auf der Bühne vergessen wird, dann schreitet Sarah Heise schon mal ein.

Großes Selbstbewusstsein

Das Verhältnis von Regisseurin und Schauspielern scheint bei den Proben zu stimmen. Es wird sicherlich noch etwas hektischer werden, bis am 29. Mai um 19.30 Uhr der Vorhang aufgeht und hoffentlich alle Schauspieler ihre Rolle beherrschen.

Genügend Selbstbewusstsein bringen die jungen Akteure mit. Auf die Frage „Warum sollte man sich ihr Stück anschauen?“ gibt es gleich mehrere überzeugende Antworten: „Weil wir viel an dem Stück gearbeitet haben. Und weil es lustig ist. Und weil wir mit Leidenschaft spielen.“

Die Leidenschaft für die Schauspielerei hat nicht nur dazu geführt, dass alle auf und hinter der Bühne mit viel Engagement an ihre ungewohnte Aufgabe herangehen, sondern auch dazu, dass der Autor von „Schneewittchen 2.0“, Achim Bieler, Regisseur am DasDa Theater Aachen, sein Stück wohl an einigen Stellen nicht wieder erkennen würde.

Achim Bieler hatte „Schneewittchen 2.0“ natürlich nicht eins zu eins aus dem Märchenbuch auf die Bühne gebracht. Er hatte sich überlegt, was wäre, wenn der Spiegel der bösen Stiefmutter Facebook wäre und Schneewittchen ein Star in der Welt von Social Media. Und was hätte der Prinz eigentlich gemacht, wenn seine Angebetete nicht aufgewacht wäre?

Entstanden ist so eine moderne Parodie auf das altbekannte Märchen, der die Schüler der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule noch ein paar Feinheiten hinzugefügt haben.

Laura Groß spielt eines der beiden Schneewittchen. Isabella Schreiber spielt diese Rolle in der zweiten Aufführung. So verhält es sich bei den meisten Rollen. Es würde sich also durchaus für die Theaterbesucher lohnen, nach dem 29. Mai auch noch die zweite Vorstellung am 30. Mai zu besuchen, schließlich handelt es sich ja eigentlich um zwei Premieren.

Laura Groß sagt, das Schöne am Schauspielern sei es, in eine andere Rolle zu schlüpfen. Doch auch die Aufgaben abseits des Scheinwerferlichtes haben beim Theater durchaus ihren Reiz. Bühnenbild, Plakate, Kostüme, Maske, Licht und Ton müssen stimmen, damit das Stück ein Erfolg wird. All diese Arbeiten werden bei „Schneewittchen 2.0“ von Schülern der Gesamtschule übernommen.

Die größte Herausforderung dürften sicherlich die Gruppenszenen darstellen, in denen die Spiegel, die wissen, wer die Schönste im ganzen Land ist, in hohem Tempo durcheinander sprechen. Die Spiegel werden von zwölf Darstellern, sechs in jeder Premiere, verkörpert, und keiner darf seinen Einsatz verpassen.

Die Termine für die Aufführungen sind Dienstag, 29. Mai, 19.30 Uhr und Mittwoch, 30. Mai, ebenfalls um 19.30 Uhr. Einlass ist jeweils eine halbe Stunde vor Beginn. Der Eintritt kostet 2,50 Euro.