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Geilenkirchen: Die Geheimnisse der russischen Seele

Geilenkirchen : Die Geheimnisse der russischen Seele

Vladimir Vinogradov ist ein Virtuose auf seinem Instrument. Doch nie ist die Musik für ihn nur Selbstdarstellung eigener Gefühle, sondern stetige Kommunikation mit seinem begeisterten Publikum.

Das wussten auch die Zuhörer bei seinem Konzert im Festsaal des Geilenkirchener Franziskusheimes zu schätzen und belohnten den ebenso exzellenten Domra-Spieler wie sympathischen Unterhalter mit lautem Applaus.

Bereits zum zweiten Mal gastierte der Moskauer Musikdozent mit seinem ungewöhnlichen Instrument aus dem 13. Jahrhundert im Seniorenheim, und auch diesmal waren die Reihen dicht gefüllt.

„Geheimnisse der russischen Seele” hatte er sein Programm genannt. Es führte sein Publikum nicht nur in die romantische Schwermut der russischen Musik ein, sondern weckte Neugierde darauf, ein Volk kennen zu lernen, das in vielem so verschieden vom heimischen Deutschland ist.

„Russland gehört nicht ganz zu Europa und nicht ganz zu Asien”, erklärte der humorvolle Domra-Solist, „vielleicht neigt der Russe deshalb dazu, seine Probleme spontan zu lösen”, moderierte Vladimir Vinogradov ein Volkslied an, das von Liebe und Eifersucht erzählte.

Neben russischen Volksliedern, alle in eigener Bearbeitung, hatte der begnadete Musiker aber auch internationale Musikstücke im Repertoire des Nachmittags. Rimski Korsakoffs „Hummelflug” stand ebenso auf dem Programm wie Tschaikowskis „Blumenwalzer”, „Lara´s Theme” aus dem Film Dr. Schiwago oder „Das waren die Tage” von Mary Hopkins, bekannt geworden durch die Bearbeitung von Ex-Beattle Paul McCartney.

Natürlich fehlte auch „Kalinka” nicht, ein in Deutschland ebenso bekanntes Stück wie in Russland. Bei „Weißt du wie viel Sternlein stehen” sang am Ende des gelungenen Konzertnachmittags das ganze Publikum mit.

Vladimir Vinogradov hatte seine helle Freude.