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Geilenkirchen: „Die Beteiligung der Stadt ist eine Farce”

Geilenkirchen : „Die Beteiligung der Stadt ist eine Farce”

Die bevorstehende Schließung der gynäkologischen Abteilung des Geilenkirchener St.-Elisabeth-Krankenhauses wurde in der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses diskutiert.

Anlass war eine Anfrage der Bürgerliste. Sie wollte unter anderem von Bürgermeister An-dreas Borghorst wissen, ob er es für zulässig halte, dass das Krankenhaus Fakten schaffe, ehe das entsprechende Genehmigungsverfahren abgeschlossen sei und der zuständige Minister in Düsseldorf entschieden habe.

Nach Bekanntwerden der Pläne zur Strukturänderung im Rahmen der Krankenhausplanung des Landes sei - so Borghorst in seiner Antwort - die Belegung der gynäkologisch-geburtshilflichen Abteilung des Krankenhauses deutlich zurückgegangen. Zugleich habe das ärztliche Personal der Station aus nachvollziehbaren Gründen andere Stellen angetreten.

„Durch diesen Weggang des ärztlichen Personals und durch die reduzierte Belegung sind Fakten geschaffen worden, auf die das Krankenhaus nur wenig einfluss hatte.”

Die Unterschriftenaktion habe diesen Prozess eher beschleunigt als verlangsamt oder gar verhindert. „Die Arbeitsfähigkeit der Abteilung konnte vor diesem Hintergrund bis zum Abschluss des Genehmigungsverfahrens nicht mehr aufrecht erhalten werden.”

Die Bürgerliste wollte schließlich wissen, ob Borghorst in dieser Situation Reaktionen seitens der Stadt für erforderlich halte. Der Bürgermeister dazu: „Das Bestreben der Stadt muss in dieser Situation darauf gerichtet sein, in enger konstruktiver Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus die Voraussetzung zu schaffen, dass das Krankenhaus in der Stadt Geilenkirchen bestehen bleiben kann, um eine ortsnahe medizinische Versorgung für die Bürger unserer Stadt und der Nachbargemeinden zu gewährleisten.”

Zum Krankenhausplan des Landes NRW verabschiedete der Hauptausschuss bei zwei Gegenstimmen der Bürgerliste eine Stellungnahme: Die Stadt Geilenkirchen bedauere die geplante Aufgabe der gynäkologisch-geburtshilflichen Abteilung. „Im Interesse einer gesicherten medizinischen Versorgung auf hohem Niveau für die Region ist diese einvernehmlich erfolgte Planung hinnehmbar.”

Es werde allerdings größter Wert auf die unveränderte Umsetzung der Planung, insbesondere auf die Ausweisung einer neuen Abteilung Orthopädie, gelegt. Für Christian Kravanja (Bürgerliste) ist die Beteiligung der Stadt „eine Farce”: „Sie wurde vorgenommen, als schon Fakten geschaffen waren. Krankenhaus und Ministerium handeln gegen die Interessen der Bürger. Ein Teil der Attraktivität der Stadt geht verloren.”

Anderer Meinung war CDU-Fraktionschef Wilhelm-Josef Wolff: „Es ist wirtschaftlich nicht möglich, alle Dienste anzubieten. Die Existenz des Krankenhauses mit einer Gynäkologie wäre nicht dauerhaft gesichert.”

Auch für Bürgermeister Andreas Borghorst und Jürgen Benden, Fraktionschef der Grünen, stand die Wirtschaftlichkeit im Vordergrund, während SPD-Fraktionsvorsitzender Horst-Eberhard Hoffmann anregte, „ein Geburtshaus auf die Beine zu stellen”.