Übach-Palenberg: Deutsch-französische Chorbegegnung: „O-Ton“ und „Choir des trois voix“

Übach-Palenberg: Deutsch-französische Chorbegegnung: „O-Ton“ und „Choir des trois voix“

Er besteht erst sechs Jahre, hat sich aber doch schon zu einem großartigen Klangkörper entwickelt und ist für Konzertveranstaltungen hochbegehrt: Der Chor „O-Ton“ unter der Leitung von Manuela Frey. Vor kurzem stellte er sein Können bei einem gemeinsamen Konzert mit dem „Choir des trois voix“ aus Rosny-sous-Bois im Carolus-Magnus-Zentrum unter Beweis.

Unter den zahlreich erschienenen Zuhörern befanden sich auch viele Gäste aus der französischen Partnerstadt von Übach-Palenberg, so dass die Erläuterungen zum Programm zweisprachig erfolgten.

Schlager und Urwald-Rhythmen — der Chor „O-Ton“ begeistert die Zuhörer beim „Concert du Jumelage” im CMC Übach-Palenberg. Foto: Johannes Gottwald

Alle Stücke wurden an diesem Abend pianistisch untermalt — aber der Chor O-Ton begann seinen Auftritt zunächst mit Händereiben und Fingerschnipsen. Erst nach geraumer Zeit setzten Gesang und Klavierspiel ein, und der bekannte Song „Africa“ zog mitreißend vorüber.

Die originelle Einleitung stimmte dabei natürlich in perfekter Weise auf die tropische Urwaldatmosphäre ein, die man mit dieser Musik verbindet. Ebenso rhythmisch und elanvoll kam „Change the World“ daher, während „Angels“ von schwärmerischer Lyrik erfüllt war. Hier hätten manche älteren Besucher in nostalgischer Stimmung gerne die Feuerzeuge geschwenkt.

Zu ekstatischen Ausbrüchen führte Manuela Frey ihren Chor bei „You somebody“, überraschend war der stille, verhaltene Ausklang. Auch „Beautiful Day“ setzte leuchtende Klangfarben frei, während „Fix you“ ruhige und besinnliche Stimmung verbreitete.

Eine Pause war im Konzert nicht vorgesehen, vielmehr erfolgte auf recht spektakuläre Art und Weise die „Wachablösung“: Zunächst stimmte der Chor „O-Ton“ den bekannten Kanon „He, ho, spann den Wagen an. Seht, der Wind treibt Regen übers Land“ an — was übrigens gut zum Wetter draußen passte. Das Publikum wurde zum Mitsingen aufgefordert, und während des Gesanges verließ der Chor die Bühne, zu der sich dann gleichzeitig der „Choir des trois voix“ in Bewegung setzte.

Damit begann der zweite Teil, der zunächst in die Welt der Filmmusik führte, aber auch die Klassik nicht aussparte. Spätromantische und impressionistische Harmonien traten bei „Christoph Colomb“ und „Un homme et un femme“ auf, auch „Exodus“ enthielt gesanglich anspruchsvolle Partien, die jedoch unter dem souveränen Dirigat von Philippe Salliot glockenrein und traumhaft sicher gemeistert wurden. Ebenso wirkungsvolle Akzente setzten das zartherbe „Moon River“und das geheimnisvoll-hintergründige „La dèrniere scéance“.

Danach erwiesen die Gäste aus Frankreich aber auch den deutschen Komponisten mit zwei populären Werken ihre Reverenz: Zunächst erklang der berühmte Choral „Wohl mir, dass ich Jesum habe“ aus der Kantate BWV 147 von Bach, gefolgt vom „Halleluja“ von Händel. Hier fand das Konzert einen eindrucksvollen Höhepunkt.

Zum Schluss betrat der Chor „O-Ton“ nochmals die Bühne und intonierte mit dem „Choir des trois voix“ gemeinsam den Schlager „Je ne regrette rien“ (zu deutsch: Ich bedauere nichts). Auf bewegende Weise wurde damit die deutsch-französische Freundschaft musikalisch zum Ausdruck gebracht — danach durften sich beide Chöre dem stürmischen und hochverdienten Beifall stellen.