Geilenkirchen: Den Sterbenden und Trauernden die Hand reichen

Geilenkirchen: Den Sterbenden und Trauernden die Hand reichen

„Wenn die Zeit des Abschieds naht, lassen wir Sie nicht allein. Wir gehen gern ein Stück des Weges mit Ihnen”, mit diesen Worten umschreibt der ambulante Hospizdienst Camino kurz seine aufopferungsvolle Tätigkeit, die er nunmehr seit 15 Jahren ausübt.

Das Camino-Team begleitet schwerstkranke und sterbende Menschen, unterstützt die Angehörigen bei der Bewältigung ihres Pflegealltags und bietet trauernden Menschen Hilfe an.

In Gruppen- oder Einzelgesprächen besteht die Möglichkeit sich in zwangloser Atmosphäre auszusprechen und intensiv mit der Thematik auseinanderzusetzen. Dabei zeigen die ehrenamtlich tätigen Camino-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter Wege der Linderung von Trauer und Schmerz auf.

Menschen, die ihren Partner durch Tod verloren haben machen das Gros der Trauernden bei Camino aus. Diese Frauen und Männer suchen Rat und Trost bei in Geilenkirchen, Übach-Palenberg, Gangelt und Selfkant tätigen Frauen und Männern des Hospizdienstes. Zur Feier zum 15-jährigen Bestehen von Camino hatte die Stadt Geilenkirchen in das Haus Basten eingeladen.

Camino-Vorsitzende Renate Kaspar konnte dort neben Bürgermeister Thomas Fiedler viele weitere Gäste aus Politik und dem gesellschaftlichen Leben begrüßen. Renate Kaspar ging kurz auf die Entstehungsgeschichte des Hospizdienstes ein, der aufgrund einer Anfrage aus Pfarrgemeinden im Selfkant 1994 seinen Anlauf nahm. Gemeindesozialarbeiterinnen des Caritasverbandes Heinsberg waren damals beim Besuch von Schwerkranken und Sterbenden um Unterstützung gebeten worden.

„Damit begann die Idee einer Hospizinitiative, die letztlich zur Gründung von Camino führte”, so die Vorsitzende. 1995 hatte die erste Informationsveranstaltung Akzente gesetzt, 1996 bildeten sich erste Arbeitsgruppen, erreichbar über das Pfarrbüro in Havert. Nachdem Camino 1996 sein erstes eigenes Zuhause in den Räumen der evangelischen Kirchengemeinde Geilenkirchen gefunden hatte, fand im Oktober des gleichen Jahres die Vereinsgründung statt.

„Somit feiern wir in diesem Jahr unseren 15. Geburtstag mit inzwischen rund 70 Mitgliedern”, hielt Renate Kaspar erfreut fest. Vor einigen Jahren bezog Camino Räume im Krankenhaus an der Martin-Heyden-Straße (02451/72763).

Zu Beginn sei die Hospizarbeit im Kreis noch ein „kleines Pflänzchen” gewesen, aber inzwischen sei der Hospizdienst „Regenbogen” in Wassenberg und das stationäre Hospiz der Hermann-Josef-Stiftung in Erkelenz hinzu gekommen. „Wir setzen uns dafür ein, dass die Sterbenden mit ihren Wünschen, Ängsten und Sorgen im Mittelpunkt stehen”, so die Camino-Vorsitzende. Zusätzlich würden auch die Angehörigen unterstützt, die genauso zu diesem Netzwerk gehörten, wie Hausarzt, Seelsorger, Pflegedienst und andere.

Bürgermeister Thomas Fiedler sprach seinen Dank für die von Camino geleistete Arbeit aus. „Menschen in ihren letzten Lebenstagen die Hand zu reichen und sie friedlich gehen zu lassen, dieser Aufgabe haben Sie sich gewidmet”, würdigte Fiedler das Wirken des Camino-Teams. „Sie sehen den kranken, die sterbenden Menschen in seiner Ganzheit mit all seinen Wünschen und Bedürfnissen und Sie geben auch den letzten Tagen eines Menschen noch Inhalt”, fuhr er fort.

Es sei nicht leicht, ständig mit dem Tod konfrontiert zu werden und auf Sterbende und Angehörige in diesen Ausnahmesituationen einzugehen. „Aber dem Tod können wir nicht entgehen, das Sterben gehört zum Leben dazu. Der Tod ist die letzte Phase des Lebens.”

Mit Fotoausstellung

Die Feier im Haus Basten war verbunden mit einer Ausstellung von Fotos von Mitgliedern des Fotoclubs Hückelhoven zum Thema „Glücklich trotz Demenz?” Zudem sorgte ein kleines Programm mit der Clownfrau „Sophia Altklug” für Kurzweil. Den musikalischen Part gab Florian Achten aus Gangelt auf seinem Keyboard.

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