Zettelberg für Politik: Demokratiekurs hält Wünsche fest

Zettelberg für Politik: Demokratiekurs hält Wünsche fest

Der Demokratiekurs am Carolus-Magnus-Gymnasium hat gemeinsam mit dem Jugendzentrum der Stadt Übach-Palenberg eine Wunschliste erarbeitet, die auf Verbesserungen in der Stadt Übach-Palenberg abzielt.

Christoph Schlagenhof, Lehrer am CMG, und Marion Dalmisch, Leiterin des Jugendzentrum, sowie die beteiligten Jugendlichen, zu denen sich auch Schüler der Realschule gesellt hatten, breiteten die Wunschliste nun vor Politikern aus, die die Geschicke der Stadt in Händen halten.

Zum Wünscheanhören waren ins städtische Jugendzentrum im Mehrgenerationenhaus gekommen: Marie-Sofie Meyer (CDU), Gerhard Gudduschat (Vorsitzender der CDU-Ratsfraktion), Dietmar Lux (CDU), Wolfgang Gudduschat (FDP) und Dr. Sascha Derichs (stellvertretender SPD-Stadtverbandsvorsitzender). Da keiner der Politiker über die entsprechenden Kontakte zum Weihnachtsmann verfügt, werden sicherlich nicht alle Wünsche der Jugendlichen in Erfüllung gehen.

Die Schüler breiteten einen wahren Berg an Wunschzetteln vor ihren politischen Vertretern aus. Auf diese Zettel hatte sie alles geschrieben, was ihnen bezüglich der Entwicklung  ihrer Stadt am Herzen liegt. Jeweils einige Zettel hatten sie in Kugeln verpackt, von denen einige im Kreise der Schüler und Politiker geöffnet wurden. Vielleicht wäre eine Sortierung der Wünsche im Vorfeld hilfreich gewesen. Doch wie Marion Dalmisch meinte, habe es sich bei dieser Wunschzettelaktion um ein „niederschwelliges Angebot“ gehandelt.

Im Stadtrat hat man durchaus schon sehr positive Erfahrungen mit dem politischen Engagement von Jugendlichen gemacht, etwa beim KidS-Projekt. Und auch in der Wünscherunde zeigten sich die Politiker offen für die Anregungen der Jugendlichen. Gewünscht wurden beispielsweise mehr Busse pro Schule und vor allem ein Wlan-Netz in den Schulen, bessere Fahrradwege und bessere Einkaufsmöglichkeiten vor allem bei Klamotten, ein Kino und ein modernisiertes Freibad, eine Skaterbahn und ein Basketballplatz, eine Bücherei und das Polizei und Ordnungsamt auf Spielplätzen kontrollieren.

Sicherheit ist Jugend wichtig

Letzterer Wunsch sprach ein Lieblingsthema der Lokalpolitik an, den privaten Sicherheitsdienst. Die CDU sah hier Möglichkeiten im Sinne der Jugendlichen entstehen, wenn das verabschiedete Projekt in die Umsetzung geht, vielleicht im April. Die SPD hielt stramm dagegen und verdammte den privaten Sicherheitsdienst. Dank der energischen Moderatorin Marion Dalmisch blieben den Jugendlichen die manchmal heftig geführten Debatten des Ratssaals weitgehend erspart. „Cut“ rief sie wiederholt dazwischen, wenn CDU und SPD sich die Meinung sagen wollten, was natürlich auch zur Politik gehört.

„Wir speichern das jetzt alles ab“, meinte CDU-Ratsmitglied Gerhard Gudduschat. Da selbst bei freier Festplatte wohl kaum alle Wünsche gespeichert werden können, schlug Marion Dalmisch  vor, eine offizielle Übergabe der Wünscheliste nachzuholen. In der Wünscherunde konnte nur ein Bruchteil der aufgeschriebenen Wünsche zur Sprache gebracht werden. Die übrigen Wunschzettel werden nun archiviert und dann den Politikern übergeben.

Ob dieses Format bei den Schülern gut angekommen sei und man eine Wiederholung wünsche, wollte Lehrer Christoph Schlagenhof zum Abschluss der Runde wissen. Etwas zögerlich reagierten die Schüler, aber dann gingen doch ein paar Daumen nach oben.

„Mit uns könnt Ihr reden, ihr könnt uns alles sagen“, hatte CDU-Ratsmitglied Dietmar Lux gesagt und hinzugefügt, man werde versuchen, das Beste daraus zu machen. Sascha Derichs unterstützte den Vorschlag von Marion Dalmisch eine zeitgemäße Plattform zu schaffen, die speziell Jugendlichen die Angebote in der Stadt vermittelt. Denn es gebe in Übach-Palenberg wohl Vieles, was den Jugendlichen bislang entgangen sei, vermuetet Marion Dalmisch. Wie diese Plattform in sich schnell wandelnden Zeiten aussehen kann, könnten nur die Jugendlichen wissen, meinte Dalmisch: „Ihr seid die Experten.“

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