Geilenkirchen: „Dechant Ludwig Zermahr Preis” für die „Tafel”

Geilenkirchen: „Dechant Ludwig Zermahr Preis” für die „Tafel”

„Die Bereitschaft, sich zu engagieren und für andere Verantwortung zu übernehmen, ist in Geilenkirchen groß. Darauf können Sie stolz sein. Solche Geilenkirchener Verhältnisse wünsche ich mir für das ganze Land”, erklärte am Freitagabend Armin Laschet, NRW-Minister für Generationen, Familie, Frauen und Integration, im Festsaal des Geilenkirchener Franziskusheimes.

An diesem Freitagabend wurde der vierte „Dechant Ludwig Zermahr Preis” der Franziskusheim gGmbH für außergewöhnliches und innovatives soziales Engagement an die Arbeitsgemeinschaft „Jung und Alt Lernort Altenheim” der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule Geilenkirchen und an die Übach-Palenberger „Tafel” überreicht.

Dazu hatte Alfons Nickels, Geschäftsführer der Franziskusheim gGmbH, neben Laudator Armin Laschet, der auch Grüße von NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers übermittelte, zahlreiche Gäste im Festsaal begrüßt. An erster Stelle natürlich die Preisträger: für die „Tafel” die beiden Vorstandsvorsitzenden Roswitha Bischhaus und Petra Meier und für die seit 15 Jahren bestehende Arbeitsgemeinschaft „Jung und Alt Lernort Altenheim” die aktuellen Mitglieder Carina Jung, Karen Hirt, Nikola-Leon Moll, Kenny Wirth, Micky Singh, Jessica Graalmann, Kathrin Laurs und Michelle Simons.

Besonders herzlich begrüßte Nickels aber den Mann, der diese Arbeitsgemeinschaft vom ersten Tag bis heute begleitet hat, den Lehrer und Preisträger Karl-Gerd Steffens. Herzlich willkommen hieß Nickels den Aufsichtsratsvorsitzenden der Franziskusheim gGmbH, Pfarrer Peter Frisch, als Vertreter des Bischofs Regionaldekan Winfried Müller, Bürgermeister Thomas Fiedler, den Landtagsabgeordneten Bernd Krückel, Vertreter des Kreises und der im Stadt- und Kreistag vertretenen Fraktionen sowie der Verwaltungen, Kranken- und Pflegekassen, der Krankenhäuser und des Lehrerkollegiums der Gesamtschule. Nickels Kollegen der „Starken Partner Pflegenetz im Kreis Heinsberg” saßen ebenso im Auditorium wie die Jury-Mitglieder Sparkassendirektor Robert Küppers und Ex-Bürgermeister Andreas Borghorst.

Blick über den Tellerrand

„Das Franziskusheim verleiht diesen Preis, weil es sich selbst entstanden weiß aus dem sozialen Engagement seines Begründers Dechant Ludwig Zermahr und der vielen, die sich von seinem Engagement zur tätigen Mithilfe haben begeistern lassen”, erklärte Pfarrer Peter Frisch in seiner Ansprache. „Mein Wunsch ist es, dass die Preisträger für viele zu Vorbildern werden und andere ermutigen, mit Mut, Herz, Ideenreichtum und Phantasie der sozialen Kälte in unserer Gesellschaft mit wohltuender menschlicher Wärme zu begegnen.”

Bürgermeister Thomas Fiedler dankte Alfons Nickels und Pfarrer Peter Frisch dafür, dass sie mit der Preisverleihung ehrenamtliches Engagement in den Mittelpunkt rücken. Der Blick über den Tellerrand hinaus sei heutzutage für viele Menschen eher selten geworden. In den Zeiten der Wirtschafts- und Finanzkrise rücke die Beschäftigung mit den eigenen Problemen oft in den Vordergrund, sagte Fiedler.

„Und gerade in Krisenzeiten sind wir als Menschen aufeinander angewiesen.” Natürlich dürfe und könne bürgerschaftliches Engagement die staatliche Zusammenarbeit und Verantwortung nicht ersetzen. Für Fiedler steht allerdings fest: „Initiativen der Bevölkerung werden immer wichtiger.” Die Preisträger zeigten, dass jeder einzelne helfen könne und jeder einzelne etwas bewege.

Neue Formen der Begegnung

Freiwilliges Engagement trage entscheidend zur Stärke unseres Landes bei, betonte Armin Laschet. „Ohne die Beiträge der Ehrenamtlichen wäre unsere Gesellschaft weniger sozial, weniger gerecht und weniger vielfältig.” Es könne keinen Zweifel bestehen, dass es eine wichtige Aufgabe für alle staatlichen Ebenen sei - für Bund, Länder und Kommunen - das Ehrenamt noch mehr zu unterstützen und zu fördern.

„Besonders zu begrüßen ist es, wenn sich neben dem Staat auch die Wirtschaft für das Ehrenamt und damit für den gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzt, so wie es die Franziskusheim gGmbH Geilenkirchen tut”, lobte der Minister das Engagement, das davon zeuge, „dass es mehr und mehr Unternehmen gibt, die sich gleichsam als Bürger verstehen und soziale Verantwortung übernehmen”. Laschet warf einen Blick in die Zukunft: „Ein Drittel der 60-Jährigen wird im Jahr 2020 allein leben, ohne nächste Angehörige, das heißt auch ohne eigene Kinder oder Enkel.”

Dann brauche es neue Formen der Begegnung zwischen den Generationen. Die Arbeitsgemeinschaft der Gesamtschule bezeichnete Laschet als „ein wirklich gelungenes Beispiel für generationenübergreifende Begegnung und Zusammenarbeit, die ihresgleichen sucht”. Und in Richtung Tafel meinte er: „Durch die Arbeit der Tafel wird Solidarität erfahrbar - für diejenigen, die Hilfe bekommen, aber auch für die Ehrenamtlichen selbst. Denn das Gefühl, wirklich zu helfen, ist an der Essensausgabe ganz gewiss intensiver zu spüren als beim Empfang der Spendenquittung.”

Die Gäste hörten an diesem Festabend viele nachdenklich stimmende Worte. Sie wurden aber auch regelrecht verzaubert. Musikalisch zumindest. Dafür sorgten Guido Beisner am Klavier und die Gesamtschülerinnen Melanie Bernhard, Amelie Krings und Cynthia Dolinski mit ihrem Gesang. Sonderpreise an die neuen Preisträger überreichten schließlich Sparkassendirektor Robert Küppers und Joachim Bock, Vorsitzender der Mitarbeitervertretung der Franziskusheim gGmbH.