Geilenkirchen: Das einstige Experiment Bürgertreff ist längst eine feste Größe

Geilenkirchen: Das einstige Experiment Bürgertreff ist längst eine feste Größe

In offener Atmosphäre feierte der Bürgertreff Geilenkirchen vergangenen Samstag sein dreijähriges Bestehen. Dabei blickte man nicht nur zufrieden auf das Vergangene, sondern sah auch positiv in die Zukunft.

Den ganzen Tag über kamen Besucher, um Kaffee zu trinken und Kuchen zu essen oder mit anderen Bürgern ins Gespräch zu kommen. Und auch der kleine Flohmarkt vor dem Ladenlokal in der Innenstadt lockte neugierige Passanten an. Für das kulturelle Programm sorgten Manni Breuers, Matti Kontio, Marie-Claire de Vidal de St. Germain und Peter Schlitt mit ihrer Swing-Band Breukovisch.

Anlass zum Feiern bot allerdings auch das Ergebnis der letzten Stadtratssitzung. Am vergangenen Mittwoch hatte der Stadtrat bekanntlich finanzielle Unterstützung bewilligt. Damit sei die Zukunft auch für die kommenden Jahre gesichert, freute sich der Vorsitzende Jürgen Benden und lobte den neuen Bürgermeister Georg Schmitz, der die notwendigen Sponsorengelder aufgetrieben hatte.

Bisher finanzierte der Bürgertreff sich aus Spenden und wurde zusätzlich durch die Caritas unterstützt. Auch die Kuchen beim Jubiläumsfest waren gespendet worden. So waren die Kuchenstücke kostenlos, jedoch erwartete der Verein je nach dem Geldbeutel des Besuchers eine kleine Spende. Das „Freiwilligkeitsprinzip“, so Benden, habe sich bewährt. Der eingetragene Verein ist stolz, es damit bis hier geschafft zu haben. Am Anfang sei der Bürgertreff nur ein Experiment gewesen.

„Keiner hätte geahnt, dass er drei Jahre bestehen würde“, erzählte Benden. Zwischen 250 und 350 Menschen besuchten das alte Ladenlokal in der Geilenkirchener Innenstadt jeden Monat. Neben den vielen verschiedenen Veranstaltungen gehört der offene Treff zum Rahmenprogramm. Der Bürgertreff biete eine Anlaufstelle für viele Menschen verschieden Alters und verschiedener Gesellschaftsschichten. Vor allem Senioren gebe er eine Möglichkeit, mit anderen Menschen zu sprechen.

Ärmeren Menschen ersetzt der Bürgertreff das Café, das sie sich vielleicht nur schwer leisten könnten. Denn Kaffee und Kuchen sind kostenlos. Einen weiteren Unterschied zu einem Café gebe es allerdings noch, betont Jürgen Benden: „Keiner sitzt allein an einem Tisch.“ Neben der Tatsache, dass jeder willkommen sei, sei dies das wichtigste Grundprinzip.

Um diese Atmosphäre weiterhin zu gewährleisten, hatte Benden bei der Ratssitzung entschlossen gegen einen Umzug in eine von der Stadt gestellten Unterkunft plädiert. Mit Erfolg: Einstimmig wurde für das Verbleiben am alten Standort, so Benden. Für ihn ist die zentrale Lage und der einsehbare Raum optimal. So kämen zum Beispiel die Busfahrer in ihren Arbeitspausen vom Bushof aus auf einen Kaffee vorbei, oder die Hausfrau sehe auf dem Weg zur Post neugierig durch das Schaufenster und setzte sich kurzerhand dazu.