Daniela Ritzerfeld Bürgermeisterkandidatin in Geilenkirchen?

Kompetenz gegen Beliebtheit : Daniela Ritzerfeld soll gegen Georg Schmitz kandidieren

Kompetenz gegen Beliebtheit: Geht es nach dem Willen der Vorstände von CDU, SPD, Grünen und Bürgerliste, soll die 48-jährige parteilose Juristin Daniela Ritzerfeld, als Leitende Kreisrechtsdirektorin Dezernatsleiterin des Amtes für Gesundheit und Soziales des Kreises Heinsberg, bei der Bürgermeisterwahl im kommenden Jahr gegen den amtierenden Bürgermeister Georg Schmitz antreten.

Die Parteivorstände haben sich nach monatelangen Gesprächen hinter den Kulissen auf eine gemeinsame Kandidatin geeinigt. Nach den Sommerferien muss diese Entscheidung allerdings noch in den Mitgliederversammlungen der einzelnen Parteien bestätigt werden.

Wie die Parteichefs Dirk Kochs (CDU), Marko Banzet (SPD), Jürgen Benden (Grüne) und Helmut Gerads (Bürgerliste) am Freitag erklärten, sehen sie nur mit einer gemeinsamen Kandidatin die Möglichkeit, den in der Bevölkerung beliebten Amtsinhaber Georg Schmitz abzulösen. Dass für die Entscheidung der Parteivorsitzenden viel Überzeugungsarbeit notwendig war, machte Dirk Kochs deutlich: „In der CDU müssen zwölf Ortsverbände mitgenommen werden. Die Frage lautete doch: Wollen wir einen Kandidaten mit unserem Parteibuch oder einen Kandidaten mit Fachkompetenz. Für uns ist die Kompetenz wichtiger, denn Geilenkirchen liegt uns am Herzen, die Stadt muss weiterentwickelt werden.“

Dies unterstreicht auch Jürgen Benden: „Betrachtet man die Chronologie der letzten Wahlen, erkennt man, dass eine Partei alleine den Kandidaten nicht stellen kann. Wir müssen uns als Parteien nun zurücknehmen und dürfen das große Ganze nicht aus den Augen verlieren. Wir müssen aber die Leute mitnehmen. Und das werden wir schaffen.“ Mit mehr Fachlichkeit, weiblich und jünger, so Benden, wolle man den Bürger überzeugen.

Helmut Gerads gab zu, dass bis zur Einigung viele Probleme aus dem Weg geschafft werden mussten. Durch viele Gespräche sei das gelungen. Und dennoch ist der gemeinsame Weg sicherlich nicht einfach. Geht es etwa um Kindergarten-beiträge und Bürgerhäuser, vertreten die Parteien, besonders CDU und Grüne, ganz unterschiedliche Meinungen. Deshalb wird auch jede Partei einen eigenen Wahlkampf ohne ein gemeinsames Programm führen, aber dennoch hinter der gemeinsamen Kandidatin Daniela Ritzerfeld stehen.

Die Streitthemen klammert die Immendorferin, Mutter zweier Töchter, derweil aus. Sie erarbeitet ihr eigenes Wahlprogramm. Soziale Themen seien ihr wichtig, erklärte sie am Freitag. Die familienfreundliche Stadt, den Quartiersgedanken auf die ganze Stadt übertragen, Leben im Alter, das Leben in den Dörfern, Nahversorgung, junge Familien und Digitalisierung sind ihre Themen, mit denen sie sich in den Parteien, aber auch den Wählern vorstellen will. „Auch wenn die Parteivorstände sich geeinigt haben, bedeutet das nicht, dass kein anderer mehr kandidieren kann. Die Nominierung ist schließlich erst im September“, weiß Ritzerfeld. In den nächsten Monaten gilt es für sie, die Mitglieder der vier Parteien zu überzeugen und dann bei den Wählern zu punkten.

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