Übach-Palenberg: „Checker blicken durch”: Konsum, Diebstahl und Cyber-Mobbing

Übach-Palenberg: „Checker blicken durch”: Konsum, Diebstahl und Cyber-Mobbing

Morgens schon an der Spielekonsole hängen, den ganzen Tag mit dem Handy spielen, nachmittags mal eben in den Laden, um etwas zu klauen, und abends dann noch im Internet einen nicht jugendfreien Film gucken: all das haben die Schüler der Klasse 6a der Städtischen Realschule sicherlich nicht vor.

Und sicherlich würden sie auch davor zurückschrecken, das alles an einem Tag zu absolvieren, erst recht, jeden Tag mit einem solchen „Rhythmus” abzuschließen. Doch alles das ist in Einzelfällen Realität bei Altersgenossen in ganz Deutschland.

Um dem nicht nur entgegenzuwirken, sondern auch um wertvolle Aufklärungsarbeit zu leisten, was erlaubt ist und vor allem welche Konsequenzen falsches Handeln haben kann, gibt es das Projekt „Checker blicken durch”. Das Angebot des Jugendamtes des Kreises Heinsberg und des kooperierenden Kommissariats „Vorbeugung” der Kreispolizeibehörde Heinsberg richtet sich an Schülerinnen und Schüler der sechsten Klasse. Sie werden an einem vierstündigen Projekttag in die vier Themenbereiche Konsum, Diebstahl, Cyber-Mobbing und Medien herangeführt.

Dazu waren jetzt Friedrich Mathieu von der Polizei und Brigitte Hocks vom Jugendamt in den Saal der evangelischen Erlöserkirche in Übach gekommen. Organisiert hatte das Programm Maria Humberg, Beratungslehrerin für alle Sechser-Klassen an der Städtischen Realschule. Die Schüler wurden aber nicht sofort ins „kalte Wasser” geworfen und mit Infos und dem „erhobenen Zeigefinger” bombardiert. Stattdessen gab es zum lockeren Kennenlernen ein paar Spiele.

Erst nachdem alle mit Namensschildern aus Tesakrepp versehen waren, ging es ans Eingemachte. Und da spielte zunächst der Diebstahl eine große Rolle. Ob es darum geht, jemanden zu beeindrucken, sich Dinge auch ohne das nötige Taschengeld zu „gönnen” oder eine Mutprobe zu bestehen: beim Klauen hatte Friedrich Mathieu nur einen Rat. „Niemand kann dich zwingen zu klauen, es ist alleine deine Entscheidung”, machte er klar. Klauen bringt nichts, außer Ärger, machte er deutlich, und zeigte einen kurzen Film über die Gerichtsverhandlung eines Jugendlichen, der nun als Straftäter gilt. Natürlich galt es beim Thema „Klauen”, auch das Konsumverhalten der Kinder zu durchleuchten.

Sechs Spielekonsolen zählten einige von ihnen vor und gaben zu, auch mal damit zu spielen, wenn die Eltern nicht gerade wachen Auges zuschauen. Gruppendruck auszuhalten und Ich-Stärke zu demonstrieren gehörte auch dazu, wenn die Schüler mit ihren beiden Fachleuten in den Bereich Medien wechselten. Natürlich kennen die heute Zwölfjährigen das Interagieren in sozialen Netzwerken, tippen schon einmal SMS, bis der Daumen qualmt oder schicken sich gegenseitig Bilder voneinander zu.

Aber rechtliche Folgen, das ewige Gedächtnis einer Seite wie „Facebook” oder auch soziale Folgen für Menschen, die per Internetplattform gemobbt werden, waren vielen Schülern neu. Am Ende überwogen aber die vielen Lerneffekte, die Brigitte Hocks und Friedhelm Mathieu mit ihrer spielerischen Herangehensweise an die sensiblen Themen erreichten.